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Der erste Angriff … z.B. der Top-Spin Aufschlag!

Es gibt viele Variationen beim Aufschlag – aber eine muss „sitzen“

Damit fängt alles an: der Aufschlag ist die erste Spielhandlung ... und sollte der erste Angriff sein. Er hat somit zwei Ziele: die gegnerische Annahme unter Druck (Ungenauigkeiten !) setzen, damit einen transparenten Spielaufbau zu erzwingen und somit dem eigenen Block eine erste Abwehr zu ermöglichen. Das zweite Ziel besteht darin einen direkten Punkt (Ass) zu erzielen.

In keiner anderen Phase des Spiels hat der Spieler eine solch komplette Kontrolle über das Spielgerät: kompletter Ballbesitz in einer „Ruhephase“ und komplette Kontrolle über die technische Ausführung. Entsprechend einfach ist auch die Realisierung des Aufschlags – wenngleich der Aufschlag eine Menge Erfahrung und technische „Reife“ erfordert, um die Ballgeschwindigkeit und die Flugbahn wirklich zu kontrollieren. 

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Individuelle Unterschiede bei der Konfiguration der Handfläche möglich ...

Wer die Wahl hat ...

Denn: mit dem Aufschlag ist auch der emotional schwierigste Moment im Spiel verbunden: alle schauen genau zu, der Aufschlagende hat seine eigene taktische Entscheidung zu fällen und zu exekutieren ... und nicht selten treten dabei Angstgefühle (mögliches Versagen) auf. Wichtigstes Mittel dagegen: trainieren unter Wettkampfbedingungen ... und der Besitz einer sicheren Aufschlagvariante.

Aus der Aufschlagpalette Aufschlag von unten, frontaler Floataufschlag, Spinaufschlag, der Hakenaufschlag (auch asiatischer oder Roundhouse) als Float oder Spin-Variante, der Aufschlag mit Seitenspin und der Sprungaufschlag als Float- und Spin-Variante. In der Arbeit mit Anfängern wird oft der Aufschlag von unten bevorzugt: leicht zu lernen – aber auch wenig effektiv, weil langsam und mit gut berechenbarer Flugbahn – abgesehen vom Skyball, der ja auch von unten geschlagen wird – aber am Strand mit Sonne und Wind als „Helfer“.

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Der Top-Spin Aufschlag oder ... der Zauber des Dralls

Der frontale Top-Spin Aufschlag ist risikoreicher als der frontale Float – vornehmlich weil er härter geschlagen wird (mehr Kraft benötigt) und weil der Ballflug damit schwerer zu kontrollieren ist. Kleinste Ungenauigkeiten führen zum Fehler. Während der Float zwischen 0.9 und 1.3 Sekunden unterwegs ist, braucht der harte Top-Spin nur 0.7 bis 0.9 Sekunden bis zum Einschlag. Wird er im Sprung geschlagen, kann sich die Flugzeit noch einmal verkürzen.

Vergleicht man den Ablauf bei der Durchführung zwischen dem frontalen Float und dem frontalen Top-Spin so sind eine Reihe von Ähnlichkeiten festzustellen.

Ausgangsposition: Fast identisch mit der Position beim Float. Winkel und Abstand beim hinteren Fuß individuell etwas anders wegen Mobilisierung der zusätzlichen Kräfte für die Durchführung des Top-Spin.

Anwurf: Der Ballwurf wie beim Float – allerdings ein etwas höherer Anwurf da etwas mehr Zeit für die „Vorspannung“ benötigt wird.

Aushol- und Schlagbewegung: Die Knie sind deutlicher gebeugt als beim Float, da aus der Beuge heraus bei der Streckung mehr Kräfte mobilisiert werden können. Verfügt der Spieler von sich aus über überdurchschnittliche Kräfte (starke Rumpf/Schulter Muskulatur) ist der Start aus der „Kniebeuge“ nicht nötig. Der Körper kommt aus der Rücklage über das gebeugte Bein nach vorne und mit der Drehung/Anpassung in der Hüfte dreht sich auch  der Schultergürtel parallel zum Netz. Der Armschwung (nach der Ausholphase) ist nun sehr ähnlich mit der Aushol/Rückbewegung beim Schmetterschlag. Der Schlagarm, zunächst noch im Ellenbogenbereich leicht gebeugt kommt nun von hinten über den Ellenbogen nach vorne/oben und beschleunigt sehr stark – wie beim Angriffsschlag. Der linke Arm, der mit dem Ballwurf auch nach oben gegangen ist, balanciert den „Kraftakt“ des Schlagarmes aus ... 

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Ausholvarianten beim Aufschlag und beim Angriffsschlag (Schlagarm eher gerade, rund oder geknickt) und Mischformen hängen auch von der Motorik bzw. vom Körperbau (Armlänge, Hebel, Amplitude) der handelnden Person ab. 

Ballkontakt: Der Ball wird nun mit der gesamten, leicht gebeugten „hohlen“ Hand getroffen. Dabei kontaktiert der untere Teil der Handfläche den Ball (leicht unterhalb der Ballmitte/sweet spot) zuerst. Dann legt/dreht sich blitzschnell die gesamte Hand bis zu den Fingerspitzen über den Ball und sorgt so für  den Top-Spin Effekt. Dies geschieht mit einer starken, gut getimten scharfen Drehbewegung aus dem Handgelenk, wobei der Arm nun fast komplett gestreckt ist. Je weiter der Ball unterhalb vom sweet spot getroffen wird, desto mehr spin wird dem Ball mitgegeben. Weil ein großer Teil der Kraft für die Herstellung des spin gebraucht wird, muss der Ball hart geschlagen werden (Geschwindigkeit) um auch noch übers Netz zu fliegen. Die Flugkurve des Balles wird von der Härte des Schlages und dem mitgegebenen Spin bestimmt. Je größer der Spin zum Verhältnis der Schlaghärte, desto steiler die Flugkurve und kürzer die Flugbahn. Insgesamt ist der harte frontale Top Spin Aufschlag eine sehr schöne Variante – allerdings risikoreich.

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Böse Variante

Wenn der frontale Top-Spin gelingt ... oder aber der frontale Float gelingt und schön lang nach hinten geht, dann ist die kurz geschlagene frontale Top Spin eine sehr aparte Variante, welche den Annahmeriegel immer wieder düpiert. Der gesamte Bewegungsablauf sieht für den Annahmeriegel bis zum letzten Sekunde fast identisch aus, man steht relativ weit hinten und dann fällt der Aufschlag, wo in der letzten „split second“ der Druck rausgenommen wurde mit kurzer Flugkurve der Annahme vor die Füße. Showtime!

Die Zonen, die mit dem Top-Spin anvisiert werden sollen hängen natürlich auch von der Qualität des Gegners ab. Immer empfehlenswert: Aufschlag kurz vor die Grundlinie, je nach Läufersituation in eine hintere Ecke, auf einen schwachen Annahmespieler, zwischen zwei Annahmespieler,  auf den Schnellangreifer in Netznähe, auf einen Spieler der gerade einen Fehler gemacht hat ... oder immer wieder auf denselben Spieler um ihn müde zu machen. Allerdings: bei der Kompliziertheit und Härte des Top Spin Aufschlages ist die Fehlerquote ein wichtiges Argument für einen „sicheren“ Aufschlag ...

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Gesetzmäßigkeiten im Tennis und Volleyball ähnlich ...

Generelle Tipps zur ...

... Fehlervermeidung (taktisch): Für welchen Aufschlag man sich auch entscheidet, für die Fehlervermeidung (!) gilt folgendes:

- der erste Aufschlag im Spiel sollte kein Fehler sein.

- der Aufschlag nach der Auszeit des Gegners sollte kein Fehler sein.

- wenn der Spieler vor Dir einen Aufschlagfehler gemacht hat – dann kein 2. Fehler

- nach einer langen Rallye kein Aufschlagfehler

- nach Deiner Einwechslung nicht mit einem Fehler beginnen

Hinweis

1. Aktuelle Situation: man kann den weichen/kontrollierten Top Spin gut an irgendeiner Wand ... oder mit einem Partner gegenüber ... auch ohne gemeinsame Trainingszeit in der Halle üben.

2. Ausführungen zu anderen Aufschlagvarianten („von unten“) folgen.

 

Bild: Die hohe Kunst: im Sprung, mit voller Kraft, gezielt

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