Vorschau zweite Herren: Selbstbewusste Aufsteiger
Gefieder? Geputzt. Krallen? Geschärft. Das neue Revier? Schon teilweise ausgekundschaftet. Wenn am kommenden Samstag die zweiten Herren der HSG Eagles Niederrhein mit etwas Verspätung in die Saison 2026/27 einsteigen, dann gibt es keine Gewissheiten und keine bekannten Gegner mehr. Dann geht es vom ersten Spieltag darum, sich in der neuen Umgebung Bezirksoberliga zu etablieren.
Dass die Adler überhaupt in die höchste Klasse des Handballkreises Krefeld aufgestiegen sind, verdankten sie im Frühjahr einer günstigen Ausgangsposition für Nachrücker. Ein seltenes Ereignis. Das macht sie nun, auf dem Papier, zum ultimativen Außenseiter in einer Liga der Etablierten.
Doch das Team um Chef-Trainer Dennis Kanschat hat sich in den letzten drei Monaten der Vorbereitung nicht nur personell verstärkt, sondern auch eine beachtliche Menge Zeit und Schweiß investiert. Kurzum: Die Eagles sind gut gerüstet. Und ein Stück weit auch selbstbewusst.
Der Kader
Die meisten Gesichter dürften den geneigten Zuschauerinnen und Zuschauern weiterhin bekannt sein, doch es gibt auch interessante, frische Verpflichtungen für das Team zu vermelden. Jung-Talente, denen die Zukunft gehört und massive Präsenzen mit Verbandsliga-Hintergrund laufen künftig im ENNI Sportpark auf. Da wächst was.
Hier die fünf Neuen im Überblick: Fredrick Pesch (TV Vorst A-Jugend, Außen), Jan-Ole Höschen (SV Neukirchen, Kreis), Patrick Kuznitius (SV Neukirchen, Tor), Yannik Francois (TV Schwafheim, Rückraum), Tillmann Maes (letzter Verein unbekannt, Rückraum).
Der umtriebige Coach ist jedenfalls glücklich: „Mit den Neuzugängen haben wir nicht nur Tiefe, sondern auch Qualität gewonnen. Der dadurch entstehende Konkurrenzkampf treibt die Jungs zu neuen Höchstleistungen an.“
Auf der anderen Seite müssen die Moerser allerdings auch Abgänge verkraften, im Detail reden wir von: Kevin Kanschat (Jahn Bockum), Alex Friedrich (TD Lank) und Marcel Kuppert (Handballrente). Ebenfalls nicht mehr auf dem Feld wird Fabian Giesen zu sehen sein. Der Rückraum-Hüne wechselt aber nur ein paar Meter weiter auf die Trainerbank, wird hier neben Dennis und Torwarttrainer Marc Salzsieder das neue Dreigestirn bilden.
Und ein Spieler wird dem Team in Geiste erhalten bleiben, obwohl er uns im Frühjahr plötzlich und tragisch verlassen hat. Das Trikot von Moritz Neukamp wird uns in jede Halle begleiten und einen Platz in der Kabine haben.
Höhen und Tiefen
Neue Spieler, neue Liga, neue Ziele. Um hier zeitig körperlich und spielerisch den nächsten Schritt zu machen, half halt nur Training, Training, Training. Die Anzahl der Termine wurde noch einmal erhöht, neben den üblichen beliebten Plagen durften die Jungs auch elf extra würzige Einheiten im Leistungszentrum Niederrhein in Kamp-Lintfort absolvieren. Gerade in diesem Bereich bestand (und besteht) halt noch ein gewisser Nachholbedarf.
Vor allem im terminlich dicht gedrängten August kamen die Spieler da an ihre Grenzen, mit einem intensiven, aber auch lohnenswerten Trainingslager als Höhepunkt. Der größte Wermutstropfen: Der Metteagles-Triathlon, als weiterer Motivations-Eckpfeiler eingeplant, musste leider ins Wasser fallen. Da hat der breite Kader noch breitere Absagegründe geliefert, ein kleiner Riss in der sonst glatten Vorbereitungs-Fassade.
Die Testspiele
Gar nicht rissig, sondern bissig zeigten sich die Eagles in ihren Testpartien. Nach einem zu erwartenden holprigen Start, am ersten Wochenende am Ball gab es eine ziemlich deftige Packung gegen den klassenhöheren TuS Lintfort, steigerte sich das Team von Woche zu Woche. Vor allem das Feintuning im Deckungsverhalten zeigte Wirkung, mit der TSG Kirchhellen (27:23) und der HSG Mülheim (30:19) räumten die Eagles unter anderen zwei Verbandsligisten aus dem Weg.
Aber ausgerechnet in der Generalprobe schmerzte die Achillesverse, gegen ein vermeintlich schwächeres Team blieben die Adler weit unter ihren Möglichkeiten. Dass das vorhandene Potential gerne mal vor der Hallentür liegen gelassen wird, ist ja ein bekanntes Thema. Da ist in der künftigen, traditionell tabellarisch extra engen Gruppe Vorsicht geboten.
Der Ausblick
Vorbereitung hin, Testspiele her. Die Wahrheit liegt ab sofort nicht mehr irgendwo da draußen, jetzt werden auf dem Spielfeld Fakten geschaffen. Trainer-Team und Spieler haben im Sommer gemeinsam eine gute Basis gelegt, gehen mit gutem Gewissen die Aufgabe Bezirksoberliga an. Als Aufsteiger hier ein Saisonziel zu definieren, ist dann auch keine Raketenwissenschaft: der Klassenerhalt soll es sein. Je früher, desto besser.
Dennis Kanschat ist sich jedenfalls sicher, dass sein Team gegen alle Teams bestehen kann: „Handballerisch bin ich davon überzeugt, dass meine Jungs sich überhaupt nicht zu verstecken brauchen. Sie müssen es jedoch schaffen, in knappen Spielen Ruhe zu bewahren.“
Wenn das Team regelmäßig seine Fähigkeiten abrufen und die Krallen zeigen kann, dann werden die Metteagles auch in den höchsten Gefilden des Kreises für Überraschungen und begeisternden Handball sorgen. Mit dem nötigen Respekt, aber auch mit einem gesunden Selbstbewusstsein.
Wer die Reise der Mettadler wohlwollend begleiten möchte, der kann sich jederzeit umfassend an dieser Stelle oder auf unserem Instagram-Kanal informieren. Dort gibt es mehrmals die Woche Updates und schöne bunte Bilder, falls das Lesen zu sehr anstrengt.
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Den Spielplan der Bezirksoberliga findet ihr hier:
https://www.handball.net/ligen/9964?phaseId=15673
Text: salz
Fotos: Gorke
Aufstieg im ersten Jahr:
Trainer Dennis Kanschat



