Bittere Derby-Niederlage: MSC unterliegt Humann Essen mit 1:3

Das letzte Heimspiel des Jahres hatten sich die Moerser Adler ganz anders vorgestellt. Statt eines erfolgreichen Abschlusses vor heimischem Publikum endete das Derby gegen den VV Humann Essen in einer enttäuschenden 1:3-Niederlage. Die erste Saisonniederlage des MSC war nicht nur bitter, sondern auch verdient – und zeigte, dass der Moerser SC mit einer dünn besetzten Mannschaft an seine Grenzen gestoßen ist.

Personelle Engpässe prägen die Ausgangslage

Bereits vor Spielbeginn sorgte die Nachricht von Lukas Schattenbergs Oberschenkelverletzung für Ernüchterung im Moerser Lager. Da auch Niklas Pfersdorf nach seiner im Testspiel erlittenen Fußverletzung weiterhin ausfällt, musste Trainer Hendrik Rieskamp improvisieren. Diagonalangreifer Lukas Lübke rückte in den Annahmeriegel neben Kapitän Luca Wagner und Libero André Illmer, eine Konstellation, die nicht optimal eingespielt war. Unterstützung hätte erneut Joshua Schumann aus der zweiten Herrenmannschaft leisten können, der auf der Bank bereitstand. Im Zuspiel vertraute Rieskamp wie gewohnt auf Fabio Bertea, während Tim Broshog die Diagonalposition übernahm. Im Mittelblock starteten Tim Ihde und Jascha Pricken.

Unsicherheit und Fehlstart im ersten Satz

Die Schwierigkeiten der Moerser Adler waren von Beginn an sichtbar. Annahmeprobleme und Abstimmungsfehler prägten das Spiel des MSC im ersten Satz. Der Angriff war zudem zu berechenbar, sodass Essen schnell die Oberhand gewann. Bereits nach wenigen Minuten hatte der VVH einen uneinholbaren Vorsprung herausgespielt, den die Moerser nicht mehr aufholen konnten. Der Satz ging deutlich mit 25:18 an die Gäste aus Essen.

Der Ausgleich: Moers kämpft sich zurück

Im zweiten Satz fand der MSC besser ins Spiel. Die Unsicherheiten aus dem ersten Satz waren größtenteils überwunden, und es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch auf Augenhöhe. Moers spielte variabler im Angriff und stabilisierte sich in der Annahme. Beim Stand von 24:23 hatte Essen den ersten Satzball, doch Moers wehrte diesen nervenstark ab. Der Satz ging in die Verlängerung, und beim Stand von 27:26 verwandelte der MSC seinen ersten Satzball zum Ausgleich. Der Jubel im ENNI Sportpark war groß, und die Hoffnung auf eine Wende im Spiel war greifbar.

Einbruch nach der Pause: Essen dominiert den dritten Satz

Nach der zehnminütigen Pause zeigte sich jedoch ein altbekanntes Muster: Moers fiel wieder in die Unsicherheiten des ersten Satzes zurück. Essen nutzte die Schwächen im Annahmeriegel des MSC gnadenlos aus und setzte die Adler mit gezielten Aufschlägen unter Druck. Früh konnte sich der VVH absetzen, während Moers kein Mittel fand, um ins Spiel zurückzukommen. Der dritte Satz ging mit 25:20 an die Gäste, und die Adler wirkten verunsichert und kraftlos.

Der vierte Satz: Spannung bis zum bitteren Ende

Im vierten Satz sah es zunächst nach einer Wende für die Moerser aus. Besonders Diagonalangreifer Tim Broshog glänzte mit einer starken Leistung und verwandelte nahezu jeden Ball. Der MSC erspielte sich einen komfortablen Vorsprung von 24:19 und hatte fünf Satzbälle, um die Partie in den Tie-Break zu retten. Doch dann begann das, was aus Moerser Sicht nur als Albtraum bezeichnet werden kann: Ein Ass von Essen, zwei unforced Errors und ein Angriff ins Aus brachten die Gäste zurück ins Spiel. Plötzlich stand es 24:24, und die Adler schienen komplett die Kontrolle zu verlieren. Essen nutzte die Gunst der Stunde, machte die entscheidenden Punkte und drehte den Satz mit 26:24 zu seinen Gunsten. Nach gut zwei Stunden Spielzeit stand damit die 1:3-Niederlage des MSC fest.