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Zweite Herren: Emotionales Finale

Rund sechs Wochen ist es nun her, dass die Saison 2025/26 mit den Rest-Spieltagen der zweiten Herren in der Regionsliga endgültig abgeschlossen werden konnte. Der Respekts-Abstand und kurze Moment der Stille hat seine Gründe, in der Woche vor der letzten Partie erschütterte eine tieftraurige Nachricht die gesamte Handballabteilung.

Rein sportlich haben die Zweiteagles in ihren letzten Begegnungen alle ihre Ziele erreicht. Neben zwei stolperigen Heimsiegen gegen Teams aus dem unteren Mittelfeld holte das Team auswärts in Mönchengladbach noch einmal zu einem ganz großen Wurf aus, machte hier den entscheidenden Schritt zum dritten Tabellenplatz in der Endabrechnung. Dass die Mannschaft dann zum Finale in Straelen nicht mehr angetreten wollte, ist angesichts der Umstände nachzuvollziehen. Hier die Berichte zu den Spieltagen 23 bis 26.

Spieltag 23: Drama dank Durchzug

HSG Eagles Niederrhein 2M – HSV Wegberg 1M 37:35 (19:17)

Die Sonne im Herzen und Durchzug in der Birne. Mit einer kämpferisch anständigen, aber generell leicht konfusen Vorstellung machten sich die Zweiteagles im vorletzten Heimspiel der Saison selbst das Leben schwer.

Es konnte in der Trainingswoche nicht genug gewarnt werden. Wegberg ist zwar Bestandteil der tieferen Tabellenregion, holte jüngst aber 12:2 Punkte. Ein einfaches Spiel war keineswegs zu erwarten, Seriosität war gefragt.

Die wurde in den ersten Minuten auch geliefert, die Moerser starteten engagiert (6:1, 8. Minute). Postwendend  kassierten sie in (doppelter) Unterzahl aber auch den Ausgleich (6:6, 11.). Das genügte anscheinend, um die taktischen Vorgaben fortan beiseite zu schieben.

Offensiv fanden die Eagles ordentliche Lösungen, auch wenn der letzte Pass nicht immer den passenden Abnehmer fand. Auf der anderen fehlte der Adler-Abwehr nun permanent der Zugriff. Das Muster wiederholte sich: Die HSG legte dünn vor, der HSV glich siebenmal aus.

Kurz nach der Pause sollte das achte Remis auch das letzte sein (20:20, 34.). Individuelle oder kleinteilige Lösungen dominierten weiterhin das Eagles-Spiel, vor allem Viktor ging mit guten Beispiel und schmerzfreier Attitüde voran.

Doch selbst eine siebenminütige Phase ohne Gegentreffer (30:26, 48.) genügte nicht, um hartnäckige Heinsberger abzuschütteln. Schließlich hatten sie mit Regan Jones den überragenden Torschützen des Tages (15 Treffer) in ihren Reihen.

So mussten die Zweiteagles bis in die Schlussphase hinein zittern (34:33, 56.), ehe drei klug ausgespielte Geistesblitze für die Entscheidung sorgten. Gemeinsam hat es das Team noch über die Ziellinie geschafft.

Auch Trainer Dennis Kanschat haderte nicht mit dem Ergebnis, aber mit der Art und Weise: „Mit dem Sieg bin ich zufrieden, die gezeigte Leistung hat allerdings nichts mit dem Handball zu tun, den wir spielen wollen.“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Wendorff 7, Knobloch 7, Jacobi 6/4, Nürenberg 6, Oberneder 5, Volk 3, Neukamp 1, Gilles 1, Friedrich 1, Jelinek, Gebel, Kuppert

Spieltag 24: Stabil!

TV 1848 Mönchengladbach 1M – HSG Eagles Niederrhein 2M 31:34 (14:18)

Die Zweiteagles sind ihrem Ziel, das Optimum aus dem Saison-Endspurt herauszuholen, wieder einen Schritt näher gekommen. Bei den unmittelbaren Tabellennachbarn von TV 1848 errangen sie einen hart umkämpften Sieg und verteidigten Rang drei in der Regionsliga.

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die Mannschaft an diesem Abend eng zusammen rücken musste. Nicht nur weil der Spieltagskader, am Ende einer langen und harten Saison, angeschlagen anreiste, sondern auch weil die Gladbacher zu den offensiv wuchtigen Teams der Liga gehören.

Die Eagles blickten von Beginn an jedoch exklusiv nach vorne, agierten vom Start weg hoch konzentriert. Die Teams schenkten sich, einer Spitzenbegegnung angemessen, von Beginn an keinen Zentimeter, blieben lange Zeit auf Augenhöhe (12:12, 23. Minute).

Rund um die Halbzeit rentierte sich dann endlich die durchweg intensive und engmaschige Abwehrarbeit der Adler, sie legten deutlich vor (18:24, 41.). In dieser Phase hatte auch „Mingus“ Heinig seinen großen Auftritt, die Leihgabe der vierten Herren trug flink und treffsicher zum Aufschwung bei.

Die Vorentscheidung war das allerdings noch nicht, sondern vielmehr der Auftakt einer schwierigen Phase. Das bis dato solide Offensivspiel der Moerser lahmte, technische Fehler sorgten für schnelle Gegentore und eine Aufholjagd der 48er (24:26, 46.).

Die Partie stand minutenlang auf der Kippe, doch beim Stand von 27:28 (51.) ging ein Ruck durch die Mannschaft. Geschlossen und vehement wehrte das Team den mehrfach drohenden Ausgleich ab, stemmte sich – angeführt von Torben Knobloch und Lukas Nürenberg – gegen jede Herausforderung.

Trainer Dennis Kanschat zollte seinen Spielern nach Abpfiff entsprechend höchste Anerkennung: „Viele Jungs gehen auf dem Zahnfleisch, man merkt wie intensiv die Saison ist. Solche Duelle dann noch siegreich zu gestalten ist stark.“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Knobloch 15/5, Nürenberg 9, Oberneder 3, Wendorff 3, Gilles 2, Heinig 2, Werschbröcker, Tenhaken, Jelinek, Weber, Gebel, Kuppert

Spieltag 25: Zieleinlauf mit Hindernissen

HSG Eagles Niederrhein 2M – ASV Süchteln 2M 31:28 (16:15)

Im Gegensatz zum Sprintrennen in der Hinrunde (40:37) erinnerte das Regionsliga-Rückspiel gegen den ASV Süchteln eher an einen Orientierungslauf. Der Rhythmus blieb unstet, ab und an haben sich die Spieler mal verlaufen, aber am Ende erreichten die Eagles dann doch ihr Ziel.

Dieses Ziel war im Vorfeld klar und deutlich in den Köpfen. Ein Punkt auf der Habenseite hätte den Eagles bereits genügt, um am vorletzten Spieltag den dritten Platz in der Endabrechnung fest zu betonieren.

An Motivation sollte es also nicht mangeln, aber Süchteln erwies sich – wie immer – als unbequemer Gegner. Der Adler-Abwehrverbund ließ sich Zeit, um auf Temperatur zu kommen (7:7, 12. Minute), lieferte gegen das Positionsspiel der Gäste fortan aber ab.

Die Moerser erkämpften ein kleines Torepolster (14:10, 22.), wähnten sich allerdings in trügerischer Sicherheit. Nachlässigkeiten im Umschalt- und Aufbauspiel luden Süchteln zu Tempo-Toren ein, es blieb (unnötig) spannend.

Auch nach dem Seitenwechsel verpassten (gefühlt) dominante Eagles zunächst den entscheidenden Lauf (24:22, 43.). Doch die Lücken in der Viersener Abwehr fielen immer mehr ins Gewicht. Sehr zur Freude der gut aufgelegten Großadler am Kreis, die nun häufig in Szene gebracht wurden und dies auch zu nutzen wussten.

Und defensiv? Hatten Keeper Jannik und seine Vorderleute wieder alles im Griff, dem ASV gingen letztendlich die Ideen aus (29:23, 56.). Das war jetzt insgesamt kein Handball mit Hurra-Faktor, aber das Ergebnis stimmte voll und ganz. Und das ist gut so.

Auch für Trainer Dennis Kanschat stand das Resultat im Vordergrund: „Wir haben heute die Pflichtaufgabe angenommen und uns Platz 3 gesichert. Das ist mehr als verdient!“

Es spielten: Kremers, salz (Tor) – Knobloch 8/5, Neukamp 6, Nürenberg 6, Weber 4, Jelinek 2, Oberneder 2, Gebel 2, Volk 1, Friedrich, Werschbröcker, Tenhaken, Heinig, Kuppert

Spieltag 26: Es ist nur Handball

SV Straelen 2M vs HSG Eagles Niederrhein 2M – ohne Wertung –

Jede Woche berichten wie hier an dieser Stelle über die sportlichen Ereignisse des Wochenendes. Jede Woche befinden wir uns in einer wohlfühligen, aber wechselhaften Welt zwischen Euphorie und Enttäuschung, zwischen Triumphen und Talfahrten.

Doch in dieser Woche hat diese Welt Pause, der unfassliche Verlust unseres Mitspielers Moritz Neukamp lässt alles Sportliche verblassen und in den Hintergrund treten. In unserem Nachruf haben wir bereits versucht, das Unbegreifliche in Worte zu fassen.

Unter dem Eindruck der Ereignisse haben die Moerser Eagles die letzte Partie beim SV Straelen selbstverständlich abgesagt, die Gratulation zum verdienten Aufstieg übermitteln wir gerne aus der Ferne. Die zweiten Herren beenden die Saison, dies stand bereits im Vorfeld fest, auf Platz drei. Es ist nur Handball.

Damit gehen Mannschaft und Trainer, emotional wie körperlich hart angeschlagen, frühzeitig in eine fünfwöchige Pause. Ende Juni wird das Team wieder erste Schritte in diese andere, sportliche Welt wagen. Und Moritz wird uns, in Köpfen und Herzen, dabei begleiten.

Text: salz

Fotos: Michael Gorke

15 Buden in Gladbach:
das Torben