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Zweite Herren: Schicke Momentaufnahme

Das fängt mal wieder gut an. Nach fünf Spieltagen in der Regionsliga-Rückrunde, den spektakulären Auftakt gegen Lürrip hatten wir bereits im letzten Bericht abgehandelt, halten die zweiten Herren der HSG Eagles Niederrhein immer noch ihre Siegesserie aufrecht. Zugegeben: die letzten Gegner residierten allesamt in der unteren Tabellenhälfte, doch angesichts der Leistungsdichte in der Krefelder Staffel ist ausnahmslos jede Partie eine Herausforderung.

Bevor die Metteagles nun ab Mitte März auf jene Gegner treffen, die in der Hinserie eine Nummer zu groß waren, erfreuen wir uns besser schnell noch an der Momentaufnahme, dass sich die Mannschaft mit 26:10 Punkten auf dem dritten Rang eingenistet hat. Und an den makellosen Spielberichten zu den Partien Nummer 15-18. Auf geht’s!

Spieltag 15: Geisterjagd in Grefrath

Turnerschaft Grefrath 2M – HSG Eagles Niederrhein 2M 27:37 (15:20)

Nachdem die Zweiteagles letzte Woche ihre ersten Punkte der Rückrunde faul fläzend auf der Couch einkassieren durften, mussten sie diesen Samstag tatsächlich wieder die Trikots überstreifen. Das ging zum Glück unfallfrei und ohne Schwerverletzte über die Bühne. Gespielt wurde dann auch noch.

Die Aufgabe war klar: auch in Grefrath sollten die Geister der Vergangenheit ruhen, der erste Auswärtserfolg im Schulzentrum – nach zuletzt tristen Versuchen – endlich gelingen.

Die Moerser agierten von Beginn an offensiv sehr gefällig, es wurde konsequent mit- und füreinander gespielt, mit auffällig gelungenen Aktionen über den Kreis. Doch defensiv fehlte noch die Feinabstimmung: Gefühlt alles im Griff, Zwischenergebnis dennoch offen (12:14, 21. Minute).

Die letzten Minuten vor der Pause sollten aber gänzlich den Adlern gehören, die Abwehr hatte die richtigen Antworten auf die Angriffskonzepte der Turnerschaft parat. Der Lohn: eine 5-Tore-Führung zur Pause.

Der gute Eindruck sollte auch fortan nicht täuschen, die Metteagles machten nach dem Seitenwechsel weiter Druck, hatten nun ihre stärkste Phase (18:26, 41.). Jetzt machte sich auch die Kadersituation der Gastgeber bemerkbar, es fehlte hier und da an durchschlagskräftigen Alternativen.

Trainer Dennis Kanschat nutzte die Gelegenheit zum Austesten taktischer Varianten, es folgte eine Episode lehrreichen Leerlaufs. Nach kurzer Eingewöhnung fanden sich die Spieler schließlich auch in neuer Aufstellung gut zurecht, es blieb jederzeit deutlich. Am Ende: Kollektive Zufriedenheit, der Spuk ist erstmal Geschichte.

Der Coach hatte spontan nichts zu kritisieren: „Ich bin zufrieden, dass wir diese Hürde genommen haben. Da war heute ganz viel Gutes dabei.“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Knobloch 8/1, Gilles 5, Nürenberg 4/2, Wendorff 4, Gebel 4, Tenhaken 4, Volk 3, Jacobi 3, Weber 2, Kuppert, Friedrich

Spieltag 16: Pflichtsieg (fast) ohne Strahleffekt

Turnerschaft St. Tönis 3M – HSG Eagles Niederrhein 2M 32:36 (16:16)

Es war kein Tag für strahlende Heldentaten. Beim Tabellenletzten erlebten die Zweiteagles einen reichlich zähen Abend, konnten am Ende aber doch die fest eingeplanten Punkte mit nach Hause nehmen.

Dass die Spiele in Tönisvorst kein Selbstläufer sind, ist auch den Adlern nicht erst seit gestern bekannt. Es lag durchaus nicht an der Einstellung, dass der Sieger am Samstagabend erst spät feststand. Die Moerser spielten offensiv gefällig, produzierten aber zu viele Leichtsinnsfehler. Mal war der gewählte Weg zum Tor zu umständlich, häufig stand auch Gegner-Keeper Torka im Weg.

Tönis hingegen spielte einfach, aber effektiv. Ab und an schalteten die Eagles zu spät in den Rückwärtsgang, ansonsten rutschten auch von den Außenpositionen manche Bälle durch. Die Favoriten lagen nicht einmal in Rückstand, doch zur Halbzeit stand es Unentschieden (16:16).

Nach dem Seitenwechsel verteidigten die Adler etwas breiter und beweglicher. Und es sollte nicht lange dauern, bis auch Bewegung in das Ergebnis kam. Zwischen der 36. und 46. Minute machte sich das Übergewicht guter Chancen endlich auch auf der Anzeigentafel bemerkbar, die Eagles stellten von 20:21 auf 23:28. Die Gastgeber steckten nicht auf, kämpften bis zum Ende mit großem Einsatz, doch der Abstand sollte nicht mehr wackeln.

Einer strahlte am Ende dann doch. Eine unabhängige Expertenjury kürte Ben Weber, der am Samstag nicht nur viel Verantwortung übernahm, sondern auch seinen 20. Geburtstag feierte, zum besten Akteur des Spiels. Glückwunsch, das passte dann doch gut zusammen!

Trainer Dennis Kanschat hakte die Partie schnell ab: „Wir standen in der Pflicht und haben diese erfüllt. Mein Respekt gilt den Tönisvorstern, die trotz der Tabellensituation alles gegeben haben.“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Jacobi 7/6, Weber 5, Oberneder 5, Gilles 4, Jelinek 3/1, Wendorff 3/1, Nürenberg 3, Volk 3, Friedrich 2, Gebel 1, Tenhaken, Werschbröcker

Spieltag 17: Doppelte Überzahl, 60 Minuten lang

HSG Eagles Niederrhein 2M – TV Aldekerk 3M 37:31 (15:15)

Nach dem 38:40-Brechfest im Hinspiel brannten die Eagles auf Wiedergutmachung. Volle Motivation, voller Kader, alle 16 Spieler an Bord. Der TVA, in diesen Wochen personell arg gebeutelt, trat auf der anderen Seite mit gerade einmal acht Akteuren an, ohne Wechselmöglichkeit im Feld. Ein signifikanter Vorteil? Abwarten.

Alle theoretische Überzahl zum Trotz: Gleichzeitig spielen nun mal sieben gegen sieben. Und da machten die Gäste tatsächlich zu Beginn den weitaus besseren, weil effektiveren Eindruck. Die Grundausrichtung der Eagles passte, die Abschlüsse nicht. Zu viele Fahrkarten zwangen Coach Dennis Kanschat zu einer frühen Auszeit (2:6, 11. Minute).

Die Moerser Alternativen von der Bank machten sich positiv bemerkbar, die Partie kippte in die passende Richtung (9:9, 21.). Dennoch: Die Gäste bremsten clever das Geschehen aus, hinderten die Adler bis zur Pause daran, ihr gewohntes Tempo aufzunehmen. Es blieb eng.

Geduld und Beharrlichkeit waren auch nach dem Seitenwechsel gefragt, ehe die numerische Überlegenheit den Ausschlag gab. Ab der 40. Minute verloren die Gäste deutlich an Substanz, die Eagles konnten vermehrt einfache Bälle erobern und schnell verwerten. 21:21, 26:23, 30:23 (51.). Binnen 10 Minuten war die Sieger-Frage geklärt, in dieser Phase überzeugte vor allem Kjell auf der rechten Außenbahn.

Der Trainer haderte nicht mit dem Ergebnis, aber mit dem Verlauf: „Wir können uns eine solch lange Anlaufphase nicht länger erlauben. Aber ich bin froh, dass wir den Schalter rechtzeitig umlegen konnten.“

Nach dem Abpfiff gab Kevin Kanschat noch seinen Ausstand. Der Linksaußen/Halblinke war seit 2018 fester Bestandteil dieser Mannschaft. Egal ob unter dem Eagles-Banner oder noch zu Moerser SC-Zeiten: Kevin lieferte stets zuverlässig und leidenschaftlich ab, in sportlich guten wie in weniger guten Zeiten. Und: Langweilig war es sicher nie. Danke und: alles Gute!

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Nürenberg 9, Wendorff 6/1, Oberneder 5, Gilles 5, Weber 4, Knobloch 2, Tenhaken 2, Gebel 2, Jacobi 2, Werschbröcker, Jelinek, Kuppert, Friedrich, Volk

Spieltag 18: Geschlingert, aber nicht gestolpert

TV Beckrath 2M – HSG Eagles Niederrhein 2M 30:36 (16:18)

Bevor nun die richtig dicken Brocken des Rückrunden-Weges auf die zweiten Herren lauern, mussten sie sich noch einem potentiellen Stolperstein stellen. Der Gang war schwieriger als gedacht, doch die Regionsliga-Eagles wahrten die Balance.

Die Ausgangslage war soweit deutlich: die Gladbacher konkurrieren zurzeit um den drittletzten, die Moerser um den dritten Tabellenplatz. Doch ein Leistungsunterschied war zunächst nicht auszumachen. Zum einen stand die Eagles-Abwehr an den Nahtstellen zu luftig, zum anderen ließen sie auch ein paar Chancen liegen (8:9, 16. Minute).

Die Adler erwischten zwar ein kurzes Zwischenhoch (11:15, 23.), die Fehlerquellen blieben jedoch hartnäckig, die hoch motivierten Gastgeber blieben am Drücker. Kurz nach dem Seitenwechsel drohte Ungemach: Der TVB erzielte in Überzahl den Ausgleich (19:19, 34.), das Ergebnis stand auf der Kippe.

Die Verunsicherung währte aber nur kurz. Hinter einer etwas aufgeweckteren Defensive bewies Keeper Jordan nun ein gutes Timing für wichtige Paraden, offensiv sorgte Linksaußen Phil für Sicherheit, erzielte fünf seiner sieben Treffer in dieser wichtigen Phase. Flugs war der alte Abstand wieder hergestellt (22:26, 45.).

Dieses Mal hielten die Adler das Niveau aufrecht, hier erwies sich auch die tiefere Bank als Vorteil. Mit einem soliden und nun auch verdienten Vorsprung ging es in die Schlussminuten (26:32, 50.). Hier leisteten sich die Metteagles noch ein paar Aussetzer, doch das sollte an diesem Tag kein Faktor mehr werden.

Trainer Dennis Kanschat haderte allerdings mit der unsteten Leistung: „Das Wichtigste sind die zwei Punkte, aber insgesamt war unser Auftritt nicht seriös genug. Das muss in den kommenden Spielen wesentlich besser werden.“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Volk 7, Nürenberg 7, Gilles 6, Knobloch 5/4, Wendorff 5, Friedrich 2, Tenhaken 1, Weber 1, Gebel 1, Jacobi 1, Kuppert, Werschbröcker

Text: salz

Fotos: Michael Gorke

Das B steht für Bauch:
Trainer Dennis Kanschat