DRAMA in Moers

Kiel mit schwerem Handicap, Moers profitiert

Ein Volleyball-Abend in Moers, den so bald niemand vergessen wird: im 3. Drittel des ersten Satzes verletzt sich ein Kieler Spieler schwer – nachdem die Gäste von der Küste das Geschehen voll und ganz beherrschten. Über ein halbe Stunde Spielunterbrechung wegen Versorgung des verletzten Akteurs – dann Fortsetzung der Partie und mit zwei „verlängerten“ Sätzen gewinnt der MSC hauchdünn. Etwas glücklich – aber nicht unverdient.

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Maximilian Kersting will den Punkt ...

MSC Trainer Hendrik Rieskamp hatte sich für Marcin Kapusniak (Z) und Marvin Prolingheuer (D) auf der Diagonalachse entschieden, daneben Jannik Brentel und Felix Orthmann auf der AA Position, Jan Breburda und Maximilian Kersting in der Mitte und – wie gewohnt - André Illmer als „Ausputzer“.

Rieskamp´s Team vorgeführt

Furioser Start der „Adler“ aus Kiel. Bis 2-2 ausgeglichen, dann ein Moerser Angriff ins Aus, eine Moerser Annahme kaputt und Kiel nach spektakulärer Ballrettung mit erfolgreichem Angriff: 2-5. Kiel weiter zum 3-8 ... aus einer starken Abwehr, nach längeren Rallies erfolgreich weiter zum 3-9. Moers hilflos, nach Aufschlag- und Angriffsfehler mit Auszeit bei 6-12. Bei 9-15 folgt die 2. Auszeit, Kiel weiter mit glänzendem Stellungsspiel und starken Reaktionen: immer noch eine Hand am Ball, immer eine Antwort im Angriff. Nach 9-16 (Chris Carter kommt für Marvin Prolingheuer) eine weitere Annahmepanne, ein Aufschlag weg, feste in den Kieler Block, der Moerser Block angeschlagen – bei 14-22 kündigt sich ein Desaster an. Dann, bei 15-22, der große Schock: Kiel´s Aussenangreifer Peter Klaua verdreht sich bei der Landung das Fußgelenk, ausgekugelt, Schmerzensschreie ... blankes Entsetzen und Ruhe im ENNI Sportpark.  Der Spieler liegt, inzwischen abgeschirmt, auf dem Hallenboden, Musik und Moderation weg,  Schock. Eine 37-minütige Pause folgt, der Spieler wird zunächst von der Ambulanz versorgt, wird dann ins St. Josef Krankenhaus verbracht. 

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Die Moerser Abwehr stellenweise mit Problemen ...

Das Kieler Team zieht sich mit Trainer Matthes Behlen in die Kabine zurück. Manager Michael Sevenheck: „Die Jungs beraten und entscheiden darüber ob weiter gespielt wird oder nicht.“ Die Mannschaft  entscheidet sich für die Fortsetzung des Spiels.

Es geht also weiter. Nach einer Mega-Rallye macht Moers den Punkt, profitiert von einem Kieler Fehler, Auszeit für Kiel bei 17-22. Nach Orthmann-Hinterfeld-Angriff und Ass von Chris Carter 20-23, es folgt die zweite Auszeit von Kiel. Danach Kiel mit raffiniertem Lob und folgendem Hammerangriff zum Satzgewinn.

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Auch am Netz viel Druck von Kiel ...

Moerser „Adler“ nehmen den Kampf an

Im 2. Satz bleibt Chris Carter, der zum 3-1 Minibreak punktet. Danach eine enge Auseinandersetzung: über 4-4 und 6-6 zum 8-8 und 10-10. Danach Carter zweimal mit Punkterfolg, nach langer Rallye und glänzender Moerser Ballrettung 14-11 und Auszeit von Kiel. Jannik Brentel hält bei 15-12 den 3-Punkte-Abstand, Lukas Schattenberg für Brentel zum Aufschlag. Kiel in den Moerser Block, Felix Orthmann punktet, Marcin Kapusniak leitet geschickt weiter – das MSC Team setzt sich auf 18-13 ab. Kiel im Netz, Moers blockt erfolgreich und eine Kieler Annahme weg – Moers nun bei 21-14 mit komfortablem Vorsprung. Der 7-Punkte-Vorsprung bleibt Moers erhalten ... zwischendurch noch ein Hammer-Aufschlag von Felix Orthmann.

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Felix Orthmann am Netz aktiv ...

Kiel zwingt Moers in die Verlängerung

Im 3. Durchgang sieht es wiederum für Moers gar nicht gut aus. Das MSC Team eher harmlos, Kiel munter weiter ... und nach Moers ins Aus und in den Kieler Block Auszeit von Trainer Rieskamp bei 2-6. Rieskamp wird sehr laut. Kiel hilft mit drei Fehlern (zwei Aufschläge und ein Hinterfeld-Angriff) zum 5-8. Sehr stark umkämpftes 2. Drittel, in welchem Felix Orthmann das Team „am Leben“ erhält – auch Carter im Angriff jetzt erfolgreicher. Mini-Führung zum 16-15. Dann aber Kiel mit Aufschlagfehler, ein Hammer-Aufschlag von Orthmann folgt ... wie auch eine Netzberührung von Kiel. Moers nun mit 18-15 vorne, Kiel reagiert mit Auszeit. Aber Kiel wehrt sich ... und Moerser Fehler helfen: Aufschlag kaputt, technischer Fehler, Power-Lob in den Kieler Block (Sicherung ?) und nur noch 19-18. Bei 21-21 alles wieder offen. Bei 21-22 beantragt Rieskamp eine weitere Auszeit. Zwei Orthmann Punkte bringen den Einstand bei 24, nochmal Orthmann zum 25-24 und mit einem Kieler Fehler endet die Auseinandersetzung. 

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... ebenso wie auf dem Feld.

Noch eine Verlängerung – etwas glücklich, aber verdient erkämpft

Auch der 4. Satz extrem umkämpft. Über 4-4 und 6-6 holt sich Kiel – öfter erfolgreich über die Mitte – eine hauchdünne 7-8 Führung, baut dieselbe auf 8-12 aus. Von 12-14 bis 16-18 sechs Aufschlagfehler  (Kiel viermal dabei). Bei 17-18 Auszeit von Kiel, bei 17-20 die Reaktion von Moers. Moers nahe an der Verzweiflung – aber kämpferisch weiter dabei, Jannik Brentel punktet, Marcin Kapusniak verwandelt direkt und dann hilft eine Kieler Annahme zum Einstand bei 21. Auszeit Kiel. Wieder ist Felix Orthmann mit zwei Angriffspunkten zur Stelle, sorgt für den Einstand bei 23. Eine Schiedsrichterin-Entscheidung sorgt für Unruhe bei Kiel. Nach 25-25 bringt ein erfolgreicher Angriff von Jannik Brentel das 26-25 ... der zum letzten Punkt noch einmal einen Ball auf eine nicht gedeckte Stelle auf der Kieler Seite schiebt.

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Marcin Kapusniak muss entscheiden ...

Resumée: 

Ein denkwürdiges Spiel. Moers im 1. Satz in der eigenen Halle vorgeführt und eher hilflos. Dann der Verletzungsschock bei Kiel, der aber sicher beiden Mannschaften zugesetzt hat: ein solch dramatisches Unglück berührt alle Akteure. Natürlich Kiel stärker betroffen: ohnehin ohne drei Stammspieler angereist, musste Trainer Matthes Behlen nun auch auf den verletzten Außenangreifer Peter Klaua verzichten und umstellen. Der Vizemeister konnte über weite Strecken seine alten Qualitäten zeigen: hervorragendes Stellungsspiel, die richtigen moves ohne Ball, glänzende Reflexe in der Abwehr und ein ziemlich genialer Spielmacher. Moers hatte seine liebe Mühe, nahm dann aber den Kampf an und konnte vor allem über die Außenpositionen glänzen. Orthmann eine Macht, Brentel immer wieder mit neuem Mut ... und Carter, nach kurzer „Gewöhnungsphase“ auf der Diagonalposition, gut bedient von Kapusniak. Die Moerser Mitte immer wieder gefordert – gegen einen spielerisch sehr starken Gegner. Ganz ohne Zweifel hätten die Gäste mindestens einen Punkt verdient gehabt – ein sensibles Schiedsgericht hätte da besser (richtiger) entscheiden können. Schöne Geste von Trainer Hendrik Rieskamp: die MVP Silber-Plakette ging an den Kieler Peter Klaua, der nach Behandlung im St. Josef Krankenhaus am späten Abend noch mit seinen Kameraden nach Kiel zurück durfte.

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Ein seltenes Bild: Peter Klaua mit Silber fehlt ... inzwischen auf dem Weg der Besserung

Stimmen: 

Trainer Hendrik Rieskamp: Glückwunsch an Kiel für eine sehr gute Vorstellung – das liegt mir doch am Herzen, so etwas in dieser besonderen Situation zu sagen. Da sind wichtige Stammspieler ausgefallen – ich kenne aus eigenen Situationen wie man da unter Druck gerät. Dann noch dieser Unfall. Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde gegen die Kieler. Unsere jungen Spieler haben heute viele richtige Entscheidungen getroffen, sicher war nicht alles perfekt, aber mein Gott, so ein Spiel. Wir werden eine sehr gründliche Nachschau machen – Kiel zwingt uns dazu.“

Trainer Matthes Behlen: „Der erste Satz war ziemlich unglaublich ... und was diese Mannschaft heute für eine Moral gezeigt hat – das war sensationell. Der erste Satz – der Beste in dieser Saison. Mein ganz großer Respekt für diese Gruppe. Im 4. Satz hat das Schiedsgericht zu unseren Ungunsten entschieden – neben dem Verletzungspech wurde uns die Chance auf einen 2. Satzgewinn genommen. Moers hat dann über zwei gut aufgelegte Außenangreifer gewinnen können. Wir mussten versuchen über den Aufschlag Druck zu machen – da wurde unsere Fehlerquote dann einfach zu hoch. Ich sage nochmal, kann es nicht oft genug sagen: Hut ab vor diesen Jungs!“

Co-Trainer Markus Pukownik: „Ein – auch abgesehen von der dramatischen Verletzung – komisches Spiel. In jedem Falle voller Respekt für das Kieler Team, spielerisch und auch kämpferisch. Es war über weite Strecken kein wahnsinnig hohes Niveau, die kämpferischen Elemente überwogen. Unsere Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt, wir haben drei ganz junge Akteure dabei ... und sie haben sich durchgebissen, den Gegner nicht entscheidend wegziehen lassen.“

Kiel Manager Michael Sevenheck: „Wir sind heute ohnehin schon „ohne Drei“ angetreten: einer beruflich verhindert, zwei Spieler verletzt. Alle im Stamm. Und dann passiert noch so etwas. Ein totaler Schock – mir tat Peter so Leid. Ich musste mich sehr beherrschen – war kurz vor den Tränen. Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, sie hat eine Mega-Moral gezeigt.“

Das MSC Aufgebot: Jannik Brentel, Jan Breburda, Christian Carter, Tim Ihde, André Illmer, Marcin Kapusniak, Maximilian Kersting, Yannik Kugel, Mateusz Maciejewicz, Felix Orthmann, Marvin Prolingheuer, Lukas Schattenberg, Luca Wagner, Trainer: Hendrik Rieskamp, Co-Trainer, Markus Pukownik, Roland Engels, Sven Simon

Das Ergebnis: Moerser SC vs. TV Kiel   3:1,21-25,25-18,26-24 und 27-25 in 60,23,27, und 29 Minuten (2h 19min) vor 410 Zuschauern, MVP Kiel: Peter Klaua (Zuspieler Moritz Behr nahm die Auszeichnung in Vertretung in Empfang), MVP Moers: Felix Orthmann

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