Zweite Herren: Kalt erwischt und heiß gelaufen
Kurz vor dem Endspurt im Regionsliga-Rennen haben die zweiten Herren der HSG Eagles Niederrhein eine Achterbahnfahrt der Befindlichkeiten hingelegt. Kurz vor Ostern stolperten die Moerser auf unnötige Weise gegen Groß-Kaliber, fingen sich zwei ärgerliche Niederlagen gegen Oppum und in Rheydt ein. Das sind Minuszähler, die hinsichtlich des eng beieinander hockenden Teilnehmerfeldes wiederholt und doppelt schmerzen.
Auf der anderen Seite krallen sich die Zweitadler immer noch im Verfolgerfeld der Tabelle fest, da sie nach dem doppelten Nackenschlag schnell wieder in die Spur fanden und ihrerseits austeilten. Bis zum 16. Mai geht es für die Metteagles nun um Platz zwei bis fünf. Die Liga bietet noch alle Möglichkeiten, sich noch ein Stück weit nach oben (oder unten) zu bewegen. Hier die wechselhaften Spielberichte zu den Partien 19 bis 22.
Spieltag 19: F*ck
HSG Eagles Niederrhein 2M – Handball Oppum 3M 26:33 (10:19)
Mit einer ungewohnt schlechten Leistung, der Trainer bezeichnete sie nach Abpfiff gar als bodenlos, fingen sich die Zweiteagles die erste Niederlage seit dem 24. Januar ein. Verlieren gehört zum Sport, aber die Art und Weise war dann doch unangenehm.
Die Vorsätze waren vor der Partie groß, die Spieler im sprichwörtlichen Tunnel. Nur um dann die Taschenlampe zu vergessen. Auf dem Feld fehlten von Beginn an Orientierung und Zugriff, die Eagles wirkten in allen Mannschaftsteilen fahrig und unkonzentriert (1:8, 10. Minute).
Auch eine frühe Auszeit änderte wenig am Gesamtbild. Das Team kreierte zwar bessere Chancen, brachte den Ball aber viel zu selten an Aluminium oder Torhüter vorbei. Auf der anderen Seite trafen clevere Oppumer von allen Positionen nach Belieben, bewiesen die breitere und bessere Spielanlage. Bis zur Pause fehlte bei den Moersern ein Moment der Erweckung, es blieb: Lethargie und ein 10:19-Rückstand.
Der Negativtrend setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort, jegliche taktische Umstellung lief ins Leere (12:25, 41.). Immerhin: Ohne den Druck, jetzt vielleicht noch um Punkte spielen zu müssen, zeigte die Mannschaft in der Schlussphase noch einmal Energie und Einstellung, gestaltete das Endergebnis etwas freundlicher. Zur Wahrheit gehört aber auch: die Krefelder Gäste ließen das zu, zogen nicht bis zum Ende voll durch.
Coach Kanschat war jedenfalls noch am Sonntag gründlichst bedient: „Der Auftritt glich einer Farce. Da sollte sich jeder dringend selber hinterfragen, um es in der kommenden Woche deutlich besser zu machen.“
Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Oberneder 6, Jacobi 3/2, Wendorff 3, Gebel 3, Nürenberg 3, Friedrich 3, Tenhaken 2, Knobloch 1, Gilles 1, Volk 1, Werschbröcker, Kuppert
Spieltag 20: Trendwende, (noch) ohne Punkte
HSV Rheydt 1M – HSG Eagles Niederrhein 2M 32:29 (12:13)
Nach zuletzt eher wechselhaften Vorstellungen zeigten die zweiten Herren der HSG Eagles Niederrhein im Gladbacher Auswärtsspiel wieder Herz, Hirn und Handball der gehobenen Klasse. Dass es dennoch nicht zu Punkten reichte, lag nicht vollständig in den eigenen Händen.
Die Aufgabe war so breit wie schwer: die physisch stark aufgestellten Rheydter sind bislang die beste Mannschaft der Regionsliga-Rückrunde, haben sich mittlerweile auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Doch die Zweiteagles starteten als Kampfadler, waren deutlich auf Wiedergutmachung für die Oppum-Schlappe aus.
Die offensive Deckung der Moerser war vom Start weg präsent und aufmerksam, stellte Rheydt immer wieder vor große Probleme. Das eigene Positionsspiel hakte ebenfalls gegen die starke Gastgeber-Abwehr, es blieb ausgeglichen (9:9, 21. Minute).
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Eagles offensiv immer zielstrebiger und findiger, übernahmen im Mitteldrittel eindeutig das Kommando (11:13, 29. / 18:20, 42.). Dass in dieser Phase kein größerer Vorsprung heraussprang, lag dann aber auch an der merkwürdigen Zeitspiel-Auslegung der Spielleitung, die regelmäßig den Gladbachern zu Gute kam.
So blieben die Teams eng beisammen (22:22, 46.), das sollte auch bis in die Schlussminuten hinein so bleiben (29:28, 54.). Die Adler-Akteure ließen noch einmal alle Körner auf der Platte, konnten sich aber nicht belohnen. Clevere Rheydter brachten jetzt geduldig ihre (langen) Angriffe ins Ziel, den leicht entnervten Eagles gelang dies nicht. Erhobenen Hauptes, aber ohne Punkte ging es auf die späte Rückreise.
Trainer Dennis Kanschat war jedenfalls von seinem Team überzeugt: „Ich bin Stolz auf die Jungs, das war eine tolle Leistung. Gegnerische Angriffe über Minuten zu verteidigen, geht halt irgendwann an die Substanz. Ein Sieg wäre verdient gewesen.“
Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Wendorff 7, Knobloch 5, Gilles 5, Nürenberg 4, Jacobi 3/1, Volk 2, Oberneder 1, Friedrich 1, Weber 1, Werschbröcker, Tenhaken, Jelinek, Kuppert
Spieltag 21: Sturheit siegt
HSG Eagles Niederrhein 2M – TV Boisheim 1M 34:31 (15:16)
Das ging noch mal gut aus. Eine ganze Weile sahen sich die Zweiteagles mit der Realität konfrontiert, dass sie die dritte Niederlage in Serie kassieren könnten. Doch die Adler blieben stur und flogen spät ins Glück.
Mit dem TV Boisheim reiste ein unbequemer Gegner in den Moerser Sportpark, dessen Ergebnisse starke Ausschläge aufweisen. Am Samstag hatten sie allerdings nicht die schlechteste Tagesform im Gepäck.
Die Moerser begannen gewohnt forsch, zeigten konsequenten Zug zum Tor, hatten offensiv ihre besten Momente. Doch die Viersener übertölpelten die Adler-Abwehr ebenso regelmäßig, setzten häufig erfolgreich ihren Kreisläufer in Szene (9:9, 15. Minute). In 30 Minuten wechselte die Führung ganze sechs Mal, kein Team konnte auch nur einen minimalen Vorteil heraus werfen.
Dies sollte sich unmittelbar nach der Pause ändern. Zum Leidwesen der Eagles. Der TVB kam wacher aus der Kabine, legte schnell vier Tore vor (18:22, 41.). Doch die Moerser hielten beharrlich an ihrem Plan fest, fanden ihre passende Formation. Flo und Torben nahmen die Angriffs-Geschickte in ihre Hände, Kjell glänzte als Verwerter. Auch defensiv machte das Team nun den entscheidenden Schritt mehr, der Wind drehte (24:24, 45.).
Die druckvolle Phase markierte dann auch den Wendepunkt, fortan lagen tatsächlich minimale Vorteile bei den Eagles. Es blieb eng (30:29, 55.), doch mit viel Kampf brachten sie einen schwer verdienten Sieg über die Zielgerade.
Immer wieder mittendrin war übrigens Moritz Neukamp. Die freundliche Leihgabe aus der Vierten sorgte bei seinem Metteagles-Debut immer wieder für wichtige Entlastung, spielte einen guten Part. Danke!
Trainer Dennis Kanschat war nach Abpfiff erleichtert: „Die Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft, insbesondere die Deckungsleistung in Halbzeit zwei hat mir gut gefallen.“
Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Knobloch 9/5, Jacobi 6/3, Oberneder 6, Wendorff 3, Gebel 3, Volk 2, Weber 2, Nürenberg 2, Gilles 1, Tenhaken, Jelinek, Kuppert, Neukamp
Spieltag 22: Willig in Willich
TV Anrath 2M – HSG Eagles Niederrhein 2M 29:39 (15:19)
Der Countdown läuft. Als letztes Team der HSG Eagles Niederrhein haben die zweiten Herren noch Spieltage aus der Alt-Saison 2025/26 zu bewältigen. Dass sie für die insgesamt fünf Aufgaben nach Ostern noch einmal neuen Schwung aufgenommen haben, bewiesen sie direkt im ersten Versuch.
Die Eagles waren in Willich-Anrath von Beginn an auf Wiedergutmachung gepolt, wollten die Pannen-Parade des Hinspiels (26:30) aus dem Gedächtnis streichen. Das Team agierte hoch motiviert, die Adler waren heiß (2:5, 7. Minute). Kleines Problem: auch die Gastgeber kamen mählich auf Betriebstemperatur.
Die Anrather Offensive umschiffte geschickt die vorgezogene Verteidigungslinie der Moerser, erzielte neun Treffer in kurzer Abfolge. Auch der Positionsangriff der Eagles leistete sich eine frühe Schwächephase (11:7, 16.). Doch die währte nur kurz, die defensiven Lücken waren schnell gestopft, die Auswirkungen unmittelbar.
Die Adler-Abwehr zwang den TVA zu frühzeitigen Ballverlusten und ungünstigen Abschlüssen. Und wenn sie mal eine hochkarätige Chance zuließ, stand da immer noch ein bestens aufgelegter Keeper Jannik.
Die Mannschaft kam in ihrer Gesamtheit so richtig ins Rollen, schaltete jetzt auch präzise in den Vorwärtsgang. Sehr zur Freude der schnellfüßigen Außenspieler, die nun häufig alleine vor dem gegnerischen Tor auftauchten. Mit vier Toren Vorsprung ging es in die Pause (15:19).
Nach kurzer Eingewöhnung (21:23, 38.) übernahmen die Eagles auch nach dem Seitenwechsel das Erfolgsrezept der ersten Hälfte. Funktionierte trefflich, mit hoher Intensität gelang bis zur 50. Minute ein 11:3-Lauf (24:34). Große Leistung, große Freude.
Auch Trainer Dennis Kanschat hatte keinen Grund zur Beschwerde: „Das war ein gelungener Auftakt in den Saisonendspurt. Vor allem freut es mich, wie wir uns im Spiel auf den Gegner eingestellt und schnelle Lösungen gefunden haben.“
Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Knobloch 7/5, Volk 6, Friedrich 5, Weber 4, Wendorff 4, Nürenberg 4, Tenhaken 2, Jacobi 2, Gebel 2, Jelinek 1, Gilles 1, Neukamp 1, Kuppert
Text: salz
Fotos: Michael Gorke
Zupackender Neuzugang:
Moritz Neukamp


