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Zweite Herren: Halbzeit

Das neue Jahr fing gut an. Rein sportlich sind die zweiten Herren der HSG Eagles Niederrhein mit 6:2 Punkten gut durch den Januar gekommen, die Moerser führen momentan das obere Mittelfeld der Handball-Regionsliga an. Mittlerweile ist auch die Saison-Halbzeit erreicht, sie verlief bislang im Großen und Ganzen ordentlich, phasenweise sogar richtig erfreulich.

Das neue Jahr fing schlecht an. Nicht alle Spieler sind unversehrt durch den Januar gekommen, zwei absolute Säulen des Kaders fallen für die komplette Rückserie aus. Haupttorschütze Fabian Giesen laboriert an einer angerissenen Achillessehne, Kapitän Stefan Kolassa wurde eine Metallplatte in die gebrochene Hand geschraubt. Autsch.

Hier nun die Berichte zu den letzten Spieltagen der Hinrunde. Und als Bonus bereits das erste Rückspiel, das nimmt garantiert auch nicht viel Lesezeit in Anspruch…

Spieltag 11: Vom Kaltstart zur Kernschmelze

HSG Eagles Niederrhein 2M – TV 1848 Mönchengladbach 1M 34:31 (18:19)

Die Zweiteagles kamen am Samstag heiß aus der Winterpause, konnten in der ersten Partie 2026 den Favoriten aus Mönchengladbach phasenweise richtig einheizen. Doch ein wichtiger Spieler liegt jetzt wohl erst einmal auf Eis.

Der Start ins neue Jahr war erst einmal: eher frostig. Den Moersern war der Respekt vor den Gegnern anzumerken, die bis dato mit 15:3-Punkten kaum Schwächen zeigten. Vor allem die rechte Seite der Gäste agierte zunächst eiskalt, da fanden die Eagles nicht das richtige (Frostschutz-)Mittel (5:10, 13. Minute). Dazu ging Rückraum-Riese und Haupttorschütze Fabs früh zu Boden, der linke Huf gab plötzlich nach. Diagnose: abwarten. Aber sah nicht gut aus.

Doppelt gefrustet brauchten die Adler eine Weile, um sich zu sortieren (10:15, 19.), brachten aber immer häufiger ihre Angriffe gegen eine ungewohnt schwächelnde Deckung der 48er durch. Offensiv stimmte jetzt die Betriebstemperatur, vor allem Viktor profitierte mit 12 Treffern. Zur Halbzeit: Anschluss geschafft, Tauwetter (18:19).

Mit dem Seitenwechsel wechselte der Trainer das Abwehr-Rezept, isolierte fortan unmittelbar den Gäste-Gefahrenherd. Mit Erfolg. In der neu sortierten Defensive flammte der Kampfgeist (23:22, 38.), dadurch kamen jetzt auch Umschalt- und Tempomomente ins Spiel. Begünstigt durch eine Überzahl erwischten die Metteagles dann eine richtig heiße Phase, enteilten schnell auf fünf Treffer (29:24, 46.). Eitel Sonnenschein.

Davon sollten sich die Gladbacher nicht mehr erholen, die Adler spielten auch mit dem vermeintlich zweiten Anzug wie aus einem Guss. Zwar drohte am Ende noch einmal Spannung, doch Corvin schmolz mit dem letzten Treffer die Hoffnungen der Gäste ein.

Auch Coach Kanschat fand im Abschluss warme Worte: „Wir haben gefightet und uns belohnt. Das tut gut und gibt Mut für die kommenden Partien.“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Wendorff 12/2, K. Kanschat 6, Nürenberg 4/2, Gilles 4, Gebel 2, Oberneder 2, Kolassa 1, Tenhaken 1, Giesen 1, Volk 1, Friedrich

Spieltag 12: Sieg im fünften Anlauf

ASV Süchteln 2M – HSG Eagles Niederrhein 2M 37:40 (20:20)

18:18. 20:20. 26:29. 25:28. Das sind die Resultate der (bislang) vergeblichen Bemühungen der Zweitadler, in Süchteln etwas doppelt Zählbares zu holen. Im fünften Versuch sollte es nun gelingen. Und weil sie schon so lange warten mussten, haben die Eagles auch gleich ein Spektakel aus der Nummer gemacht.

Verkehrte Welt also. Nicht nur, was das Ergebnis anbelangt. Während die vergangenen Duelle eher von aufreibender Abwehrarbeit geprägt waren, setzten die Teams dieses Mal von Beginn an auf ungebremste Offensive. Beide Mannschaften kombinierten sich spielfreudig durch die Reihen des Gegners, Tempo und Abschlussfrequenz erinnerten an eine Trainingspartie.

Positiv: bei den Moersern trug Ben die Bürde, den langfristig verhinderten Fabs auf der Königsposition zu vertreten. Und löste die Aufgabe wirklich gut. Überhaupt war dem Spiel der Gäste im Vorwärtsgang kaum anzumerken, dass insgesamt sechs Stammkräfte fehlten.

Und der Spielverlauf? Schlug zunächst Haken wie ein Hase auf der Hundewiese. Bevor es mit einem 20:20-Unentschieden in die Pause ging, wechselte die Führung fünfmal.

Nach dem Seitenwechsel führten allerdings nur noch die Adler, bauten vermehrt Druck auf. Keeper Jordan wehrte über die Spieldistanz mehr Bälle ab als die Konkurrenz, immer wieder spielten die Metteagles einen leichten Vorsprung heraus (27:30, 47.). Die Viersener gaben allerdings nie auf, stellten im zweiten Durchgang fünfmal (sic!) auf Unentschieden, das letzte Mal bei 36:36 (56.).

Doch die Eagles blieben beharrlich: Gegen eine immer offenere Deckung des ASV fand vor allem der clevere Corvin (gesamt: 10 Treffer) die entscheidenden Lücken, sicherte in den letzten Minuten den schwer verdienten Sieg ab.

Große Freude beim Team, große Freude auch bei Coach Dennis Kanschat: „Es tut gut, endlich mal auswärts in Süchteln zu gewinnen. Das war ein attraktives Spiel für die Zuschauer!“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Gilles 10, K. Kanschat 6/5, Weber 5, Wendorff 5, Volk 5, Nürenberg 3/1, Friedrich 3, Gebel 2, Kolassa 1, Jelinek, Werschbröcker

Spieltag 13: 15 Minuten verstraelt

HSG Eagles Niederrhein 2M – SV Straelen 2M 33:39 (13:20)

Die Aufgabe war dann doch zu groß. Zum Abschluss der Hinserie waren die Eagles gegen den Regionsliga-Tabellenführer, zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison, deutlich unterlegen. Schade, aber keine Schande.

Eines vorweg: Der SVS steht schon zu Recht auf Platz eins. Geschwindigkeit, Präzision, Abschlussqualität – da wirkt viel Gutes zusammen. Und da muss schon eine überragende Tagesform her, um dieses Team zu bezwingen. Diese war den Eagles am Samstag aber nicht gegeben.

Die ersten Minuten verliefen immerhin nach Plan. Die Moerser überraschten die Gäste mit ihrer forschen Deckung, provozierten Ballverluste, erzielten vier schnelle Treffer. Doch Straelen passte sich schnell an, der Schwierigkeitsgrad stieg minütlich in die Höhe (6:8, 11. Minute).

Es folgte: eine ausgewachsene Schwächephase der Eagles. Das Team verlor in beiden Mannschaftsteilen den Zugriff auf die Partie, kassierte einfache Gegentore in Serie, kreierte selbst aber keine zwingenden Aktionen. Binnen 15 Minuten eilten die Blumenstädter davon (9:18, 26.), gingen mit einem dicken Polster in die Pause.

Dass die Eagles gerade offensiv viele Qualitäten haben, bewiesen sie nach dem Seitenwechsel. Spielidee und Trefferquote waren jetzt absolut in Ordnung. Doch Straelen ließ seinerseits im Vorwärtsgang nichts anbrennen, war weiterhin von allen Positionen gefährlich. Da wurde dann doch deutlich: bei den Hausherren saß viel Defensivqualität verletzt auf der Bank (23:33, 52.). In der Schlussphase nahmen die verdienten Hinrunden-Meister (Glückwunsch!) einen halben Gang raus, die Adler konnten noch etwas verkürzen.

Trainer Dennis Kanschat mochte nicht grollen, war aber natürlich auch nicht zufrieden: „Ich bin froh, dass wir uns offensiv noch steigern konnten. Insgesamt ist es aber nicht ausreichend, wenn wir uns immer wieder solche schlechte Phasen erlauben.“

Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Weber 10, Nürenberg 8/4, Wendorff 7/2, Jacobi 3, Gilles 3, Gebel 1, Kolassa 1, Tenhaken, Jelinek, Kuppert, Friedrich, Volk

Spieltag 14: Tore? Nein. Punkte? Ja.

HSG Eagles Niederrhein 2M – Turnerschaft Lürrip 2M 0:0 (2:0 Punkte)

Unverhofft kommt auch mal vor. Anstatt 60 Minuten lang hart für ihre Punkte zu ackern, nahmen die Zweiteagles zum Auftakt der Rückrunde beide Zähler mit, ohne das Nest zu verlassen. Die Gäste mussten kurzfristig passen, reisten gar nicht erst an.

Samstag um 12.55 Uhr kam die Nachricht vom Kreisverband. Beim Trainer der Turnerschaft Lürrip trudelten (zu) viele kurzfristige, gesundheitlich bedingte Absagen seiner Spieler ein. Die Gladbacher mussten folglich die für 17.30 Uhr angesetzte Partie leider absagen. Die Regularien sehen in diesem Fall eine Spielwertung von 2:0 Punkten (bei 0:0 Toren) für die Metteagles vor. Kein befriedigender, aber immerhin ein erfolgreicher Start in die zweite Halbserie.

Um es positiv zu sehen: Für die Moerser Spieler war die unverhoffte Freizeit die perfekte Gelegenheit, mal die Knieschoner zu waschen oder eine Laufrunde durch den Park zu drehen. Doch machen wir uns nichts vor: ist beides nicht passiert.

Die Berichte erscheinen nach jedem Spieltag auf den social media Kanälen der Moerser Eagles. Den Instagram-Auftritt findet ihr hier, zum Facebook-Profil geht es dort lang.

Texte: salz

Fotos: Archiv 2. Herren

Guter Start ins neue Jahr:
Der Metteagle