Zweite Herren: Abgekühlt
Bevor ab dem 10. Januar für die zweiten Handball-Herren der HSG Eagles Niederrhein die ersten Spiele des neuen Jahres anstehen, der Monat steht noch ganz im Zeichen der laaangen Hinrunde, müssen wir leider kurz 2025 zu den Akten legen. Denn: Nachdem die Moerser Metteagles einen furiosen Herbst hingelegt hatten, zwischendurch standen sie mit 10:2 Punkten auf Platz 2 in der Regionsliga, kühlten mit den Temperaturen auch die Leistungen der Mannschaft ab. Drei Niederlagen in Serie knabberten ab Mitte November hart am Selbstverständnis, ehe kurz vor Weihnachten doch noch mal ein Prestige-Erfolg gelang. Hier die Berichte zu den Spieltagen sieben bis zehn.
Spieltag 7: Selbst Schuld
HSG Eagles Niederrhein 2M – HSV Rheydt 1M 31:35 (15:13)
Das war eine verpasste Chance. Gegen die kompakt aufgestellten Regionsoberliga-Absteiger aus Rheydt blieben die Eagles offensiv zu blass, kassierten verdient die erste Heimniederlage der Saison.
Schon zu Spielbeginn: verkehrte Welt. Die Adler spielten einen nervösen Ball, die Gäste konterten mit aller Konsequenz. Vier der ersten fünf Gegentreffer resultierten aus Gegenstößen. Doch nach 12 Minuten (4:7) kamen die Moerser endlich besser in die Partie, brachten mehr Abschlüsse aufs Rheydter Gehäuse.
Und da die Gladbacher im geordneten Spiel ebenfalls nicht fehlerfrei agierten und eine schwierige Phase erwischten, war der Spielstand schnell wieder begradigt (8:7, 18.). Bis zur Halbzeit pendelte die, insgesamt recht robust geführte, Begegnung ausgeglichen hin und her.
Hatten die Eagles aus den Fehlern der Startphase gelernt? Dieses Mal nicht. Zu Beginn der zweiten Hälfte spiegelten sich die Ereignisse, erneut konnte Rheydt per Konter den Vorteil drehen (19:21, 38.).
Der Spielaufbau der Zweitadler sollte nun länger unsicher und zu eng daherkommen. Und wenn der Ball aufs Tor kam, dann war er allzu häufig Beute des guten aufgelegten Gäste-Keepers. Kurzum: Rheydt war in dieser Phase einfach cleverer und im Kollektiv stärker, zog bis auf sechs Treffer davon (22:28, 46.).
In der Schlussphase entdeckten die Eagles zwar auch wieder ihre offensiven Qualitäten, doch da schwamm der HSV längst auf der Erfolgswelle, ließ sich nicht mehr vollends aus dem Tritt bringen. Daran konnten auch die hervorstechenden 10 Treffer von Kevin Kanschat nichts ändern.
Trainer Dennis Kanschat war nach Abpfiff angefressen: „Rheydt war der erwartet schwere Gegner, die Niederlage schmerzt. Wir haben es nicht geschafft, die Dinge umzusetzen, die wir uns vorgenommen hatten.“
Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – K. Kanschat 10/3, Giesen 4, Wendorff 4, Jacobi 4, Jelinek 3, Knobloch 2/2, Nürenberg 2, Tenhaken 1, Volk 1, Kolassa, Oberneder, Weber, Friedrich
Spieltag 8: Verschnupft, verweigert, verloren
TV Boisheim 1M – HSG Eagles Niederrhein 2M 32:29 (13:12)
Die erhoffte Reaktion blieb aus, die Fehler der Vorwoche wurden noch einmal halbgar aufgewärmt. Auch im zweiten Duell gegen einen Regionsoberliga-Absteiger haben die Zweiteagles einfach nicht genug angeboten, um sich zwei Punkte zu verdienen.
Die Voraussetzungen waren nicht optimal. Drei Spieler, unter der Woche noch komplett platt, versuchten ihr Möglichstes, vier weitere sind gar nicht erst mitgefahren. Dennoch: Sich jetzt hinter Ausreden zu verstecken wäre auch grober Unfug, die Kader-Breite hätte ein (deutlich) besseres Spiel hergeben müssen. Zumal auch der TVB nicht in 1a-Besetzung antrat.
Die Eagles nahmen von Beginn an nicht genügend Tempo auf, den Angriffs-Bemühungen fehlte es an Konsequenz. Nach 0:1-Führung brachten die Moerser 10 Minuten keinen Ball durch (5:1, 11. Minute). Die Gastgeber ließen aber auch genügend Chancen liegen, das Ergebnis sollte sich wieder annähern. Doch es blieb die torärmste Halbzeit der bisherigen Saison (13:12).
Auch nach der Pause: viel Stückwerk. Die Viersener legten leicht vor (21:19, 41.), die Adler schlugen zurück (23:24), doch der berühmte Funke wollte selbst jetzt nicht wirklich zünden. Es fehlten Biss und Begeisterung, nach weiteren fünf Minuten der Tor-Verweigerung war komplett die Luft raus (27:24, 55.), zumal auch die Defensive in der Schlussphase gar keinen Zugriff mehr bekam.
Am Ende war es dann Trainer Dennis Kanschat, der einen dicken Hals hatte: „Das war eine katastrophale Leistung des Kollektivs, so reicht es einfach nicht. Die Enttäuschung ist groß.“
Es spielten: Kremers, Tenholt (Tor) – Nürenberg 7, Weber 4, Tenhaken 3, Oberneder 3, Giesen 3, Wendorff 3, K. Kanschat 2/2, Knobloch 2, Jacobi 1, Volk 1, Jelinek, Gilles, Kuppert
Spieltag 9: Die Serie hält
HSG Eagles Niederrhein 2M – TV Anrath 2M 26:30 (11:13)
Da ist sie, die reale Ergebniskrise. Die Zweiteagles haben sich am späten Samstagabend selber geschlagen, verloren auch das dritte Duell gegen einen Regionsoberliga-Absteiger in Serie. Es grüßt: das Mittelfeld.
Die Voraussetzungen waren wieder gut, die guten Vorsätze sogar noch besser. Dennoch war auch gegen Anrath schnell klar: die Eagles sind momentan auf der Suche nach der offensiven Leichtigkeit, auf dem Weg zum gegnerischen Tor bleiben zu viele Bälle liegen.
Doch die Moerser machten zunächst viel mit defensiver Stabilität wett, überzeugten mit Einsatz und guten Absprachen (6:8, 17. Minute). Mitte der ersten Hälfte kassierten sie in acht Minuten nur einen Gegentreffer, doch es langte nur zum Anschluss (8:9, 25.). Chance gehabt, Chance vertan. Mit einem leichten Minus ging es in die Pause.
Der Start in die zweite Hälfte lief denkbar ungünstig. In Zahlen ausgedrückt: 10 Gegentreffer binnen 11 Minuten (18:23, 41.). Doch die Eagles schüttelten und beruhigten sich, der schmale Anrather Kader verlor an Energie (22:24, 48.). Doch ausgerechnet in dieser Phase stellten sich die Adler auch noch dusselig an, verloren erst Spielmacher Lukas (3×2, Abstandsvergehen, 44.) und dann noch Rückraumer Viktor (Foul beim Gegenstoß, 51.) mit roten Karten. Kategorie: vermeidbar.
Das war in der Summe zu viel, die Gäste nutzten die Überzahl nach dem zweiten Platzverweis für den entscheidenden Punch. Insgesamt wäre – auch tief in der zweiten Hälfte – ein deutlich besseres Ergebnis möglich gewesen.
Trainer Dennis Kanschat war bedient: „Offensiv läuft es zurzeit nicht. Und gegen motivierte Anrather gibt es nun mal nichts geschenkt. Das war, wie schon gegen Boisheim, eine enttäuschende Performance.“
Es spielten: Kremers, salz (Tor) – Giesen 8, Wendorff 5, Nürenberg 3, K. Kanschat 3, Weber 2, Friedrich 2, Gebel 1, Kolassa 1, Gilles 1, Knobloch, Werschbröcker, Tenhaken, Kuppert, Volk
Spieltag 10: Das Fest der Liebe
HSV Wegberg 1M – HSG Eagles Niederrhein 2M 23:32 (13:14)
Der Weihnachtsmann lebt bekanntlich am Polarkreis, doch für die verfrühte Bescherung mussten die Zweiteagles im letzten Spiel des Jahres nur die halbe Strecke fahren. In Wegberg gab es endlich mal wieder zwei Punkte.
Nach stabilem Eagles-Start (1:4, 6. Minute) kam früh Temperatur in die Partie. Alltäglicher Abschluss von außen, Kopftreffer beim gegnerischen Torwart. Ärgerlich, aber passiert. Überraschung Nummer 1: Der Wurf kam nicht von unserer linken Seite. Überraschung Nummer 2: glatt rot für Alex. Die anschließenden Regelfragen konnte der Spielleiter auch nicht so wirklich beantworten.
Das war der Auftakt zu einer Phase voller vermeintlicher und realer Aufreger, es wurde lamentiert und gestikuliert. Spielerisch bewegte sich das Ganze auf biederem Niveau, die Moerser gingen mit einer knappen Führung in die Pause.
In Hälfte zwei waren die Eagles aber von Beginn an auf das Wesentliche konzentriert, das Team wirkte geschlossen, auch wenn zunächst noch der Erfolg ausblieb. Die passende Auszeit in der 42. Minute brachte aber den Durchbruch: Deckung und Keeper Jannik befeuerten sich gegenseitig, liefen so richtig heiß, ließen bis zum Ende nur noch vier Gegentreffer zu.
Offensiv kehrte Stück für Stück das Selbstbewusstsein zurück, der Ball lief, souverän aus der Zentrale gesteuert, immer geschmeidiger durch die eigenen Reihen. Nach 19:18 hieß es schnell 19:22 (47.) und 22:27 (55.). Da blitzte durchaus mal der Spielwitz auf, der in den letzten Wochen verloren schien. Über 60 Minuten gesehen, war es ein hoch verdienter Erfolg.
Auch Trainer Dennis Kanschat ging zufrieden in die kurze Winterpause: „Ich bin froh, dass meine Jungs das Ruder übernommen und zuletzt erstarkte Wegberger nicht wirklich ins Spiel haben kommen lassen. Das war dringend nötig.“
Schade: In letzter Sekunde versaute die Schluss-Sirene Marco seinen ersten Saisontreffer. Das wäre noch mal ein besonders schönes Geschenk gewesen. Dann halt in 2026.
Es spielten: Kremers (Tor) – Knobloch 7/3, Giesen 6, Gebel 5, Nürenberg 4, Volk 4, Oberneder 2, Wendorff 2, Friedrich 1, Gilles 1, Kolassa, Werschbröcker, K. Kanschat, Jelinek, Weber
Die Berichte erscheinen nach jedem Spieltag auf den social media Kanälen der Moerser Eagles. Den Instagram-Auftritt findet ihr hier, zum Facebook-Profil geht es dort lang.
Texte: salz
Fotos: Archiv 2. Herren
Eines von drei Rotkehlchen im Dezember:
Viktor Wendorff


