Meilensteine und Merkwürdigkeiten: Das Handball-Halbjahr in Zahlen
Das wäre erst einmal geschafft. Die erste Saisonhälfte 2025/26 steht für die Teams der HSG Eagles Niederrhein in den Büchern, die Amateur-Handballerinnen und –Handballer legen jetzt erst einmal zwei Wochen lang die Beine hoch und die Arme in den Schrank. 98 Partien haben die 11 Mannschaften seit Beginn der Spielzeit im September absolviert, genau die Hälfte davon konnten sie siegreich gestalten. Wir nutzen die kleine Verschnaufpause zwischen den Jahren, um mal einen intensiven Blick auf das Zahlenwerk zu werfen.
Am letzten Spieltag des Jahres ging der Spannungspegel in unserer Statistik-Abteilung deutlich nach oben. Am vierten Advent hätten die Eagles tatsächlich noch zwei Meilensteine knacken können, einer davon wurde allerdings knapp verfehlt. Der 50. Saisonerfolg der Adler wird erst im Januar fallen, am Nachmittag des 22. Dezember blieb die bisherige Gesamtbilanz bei 49 Siegen, 6 Unentschieden und 43 Niederlagen stehen.
Sowohl zu Hause als auch in fremder Halle lieferten die Eagles hierbei ab, in 58% bzw. 53% der Begegnungen stand nach Schlusspfiff mindestens ein Punkt auf der Habenseite. 8 der 13 Spieltags-Wochenenden, an keinem einzigen waren im Übrigen alle Teams auf einmal gefordert, endeten mit einem positiven Gesamtschnitt, es gelangen 27 Heim- und 22 Auswärtssiege. Beachtenswert: Sowohl C1- als auch B1-Jugend blieben auswärts ohne Punktverlust. Und auch die Spannungskurve stimmte, 20,41% der Spiele endeten mit zwei oder weniger Toren Abstand zwischen den Kontrahenten.
Die runden Erfolgs-Jubiläen verteilten sich wie folgt: den 10. Heimsieg heimste die C1-Jugend gegen den TV Vorst ein, Nummer 20 glückte der D-Jugend gegen Olympia Fischeln. Auswärts rundete zunächst die männliche E-Jugend, Sieg Nr. 10 ging hier in Süchteln über die Bühne, wiederum gefolgt von der C1, die jüngst in Aldekerk zum 20. Mal doppelt für die Eagles punkten konnte. Der 25. Gesamtsieg ging Anfang November an die weibliche C-Jugend, hier konnte in Königshof gefeiert werden.
Wer die breit gefächerten Tabellen durchstöbert – von der E-Jugend bis zu den alten Herren, von der kleinen Regionsklasse bis zur großen Regionalliga ist schließlich alles dabei – wird ebenfalls viel Erfreuliches entdecken. Alle Eagles-Mannschaften konnten in den letzten Monaten Erfolgserlebnisse sammeln, so manche kämpft sogar um Meisterschaft oder Aufstieg. Die C1-Jugend fegt bislang mit 22:0 Punkten durch ihre Staffel, zwei weitere Teams, B1-Jugend und vierte Herren, sind zurzeit auf dem zweiten Platz zu finden. Insgesamt residieren 7 unserer Eagles-Teams in der oberen Tabellenhälfte.
Doch was wäre die schönste aller Sportarten ohne Tore, Tore und nochmals Tore? Davon gab es in den knapp 100 Begegnungen mehr als genug zu sehen. 2.547mal zappelte der Ball im gegnerischen Netz, während unsere eigenen Keeper 2.370mal hinter sich greifen mussten. Als Mannschaft stechen hier natürlich die Wurfmaschinen der C1 hervor, die alleine 439 Treffer und sechs Siege mit 40 oder mehr eigenen Buden beisteuern konnten. Macht einen Schnitt von 39,91. Da geht noch was.
Die Tor-Meilensteine schnappten sich aber Werfer von anderen Teams. Nummer 500 erzielte Nazar Nikitenko von der C2, die 1.000ste Murmel feuerte Fabian Giesen von den zweiten Herren in den Giebel, den 1500sten Versuch versenkte Leon Steinnagel von der B2, die 2.000 gelang (nach Umweg) „Mingus“ Heinig von der Vierten und die 2.500 fiel erst im vorletzten Spiel 2025, als Nico Wüsthoff von der A-Jugend seinen zweiten Tagestreffer einnetzten konnte. Da war er, der letzte Meilenstein vor Weihnachten.
Die meisten Tore an einem Spieltag fielen auch erst im Dezember, am 13. und 14.12. durften die Eagles-Spielerinnen und –Spieler ganze 579mal jubeln.
Was die Gegentreffer anbelangt, so hielten sich in absoluten Zahlen die vierten Herren recht schadlos, was aber an deren schrumpfigem Spielplan liegt. Im Schnitt kassierte die D-Jugend die wenigsten Buden, hier liegt der Wert bei 16,57. Tobi den Torwart wird es freuen.
Ein kurzer Exkurs ins Kuriositätenkabinett sei auch noch erlaubt. Das aktuelle Team-Ranking bei den Strafwürfen führen weibliche C-Jugend und zweite Herren mit exakt derselben Quote von 77,78% an. Nach 72 Versuchen und 7 verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten beider Teams, die sich vom Punkt versucht haben.
Ansonsten schaut die 7m-Statistik wie folgt aus: 144 von 205 Versuchen fanden ihr Ziel (70,24%), den 100. versenkte Anna Nacke von der weiblichen C-Jugend. 82 der 238 gegnerischen Bälle vom Punkt (34,45%) konnten erfolgreich pariert werden, Nummer 50 erledigte der Autor höchstpersönlich. Heißt übersetzt: zentral abgeworfen. In absoluten Zahlen steuerten die Metteagles die meisten Strafwurf-Treffer bei (35), die beste Gesamtquote gelang am 20./21.9. mit 31 Toren in 32 Anläufen.
Bleiben noch: die Keilerei-Kennwerte. Hier lieferten die Adler einen robusten Job ab, fielen mit insgesamt 183 Zeitstrafen nicht allzu weit aus dem Rahmen. Nummer 100 ging auch hier an Anna, sie kann nicht nur 7m. Der Friedenspreis der IHF geht ebenfalls an unsere (jüngeren) Mädchen, die Spielerinnen der weiblichen E ließen sich individuell nun mal gar nichts zu Schulden kommen.
Auf der anderen Seite waren die Kloppe-Könige aber, wie fast zu befürchten, die zweiten Herren mit 37 2-Minuten-Hinausstellungen. Plus drei roten Karten.
Apropos: bei den insgesamt sechs roten Kartons, die fehlbaren Eagles-Akteuren ins Gesicht gehalten wurden, war alles dabei. Technische Verfehlungen in den letzten 30 Sekunden, Trainer-Trotzphasen oder sogar eine völlig frei erfundene Regel. Aber ein klassisches Foul? Einmal. Immerhin. Liebe Grüße an Viktor.
Im Torschützen-Ranking führte in den ersten Monaten der Saison kein Weg an Pravin Arumuga vorbei, dem mit 99 Toren besten Individualschützen. In den Top 3 der Durchschnittswerte folgen neben dem besten Scorer der C1 auch weitere Jugendspieler, nämlich Felix Pöppler von der D und Nazar Nikitenko aus der C2. Bei den Herren traf Fabian Giesen (Zweiteagles) am besten, was im Gesamtranking, gleichauf mit Neyla Schettkath (weibliche E), Platz 9 bedeutet.
Und wie geht es jetzt weiter? Ab dem 10. Januar beginnt bereits die zweite Hälfte der Amateur-Saison, 101 Partien wollen noch gespielt werden. An 10 Wochenenden bis Ende März wird die Saison in allen Jugend-Klassen zu Ende geführt, nach den Osterferien geht es dann mit Nachwuchs-Qualifikationsrunden und fünf restlichen Herren-Spieltagen weiter.
Da kommen noch jede Menge aufregende Spiele und noch aufregendere Zahlen auf uns zu. Doch jetzt genießen wir kurz die Ruhe, bevor wir in zwei Wochen auf Sieg Nummer 50 warten.
Text: salz
Fotos: pixabay, Archiv 2. Herren
Bude Nr. 1.000:
Fabian Giesen (2. Herren)



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