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„Adler“ können auch auswärts

Das MSC-Team überzeugt auf der „Volleyball-Insel“ Baden

Nach zwei Fünfsatzatz-Niederlagen in der letzten Saison wollte die Mannschaft von Trainer Hendrik Rieskamp keine Neuauflage der beiden Dramen ... und hatte sich so einiges vorgenommen. Ergebnis: das Team lieferte mit einem klaren 3:0 Sieg eine überzeugende Reaktion und gab damit eine klare Antwort auf die Frage nach dem aktuellen Kräfteverhältnis. 

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Das passierte selten: Ball auf dem Boden in der Zone Moers ...

Trainer Hendrik Rieskamp war mit Nenad Nikolic (Z), Oliver Staab (D), Lukas Schattenberg/Tom Weber (AA) und David Seybering/Oskar Klingner (MB) gestartet – auf der Liberpositon André Illmer.

Zunächst auf Augenhöhe ...

Schöner Start des MSC mit einer 2-0 Führung. Der 2-0-Vorsprung bleibt den Gästen bis 10-8 erhalten – deutliches Signal dafür, dass sich der TV Baden bis in die Satzmitte hinein erfolgreich gegen einen größeren Rückstand wehrt ... aber auch ein Beleg dafür, dass Moers beim Sideout eine erfreuliche Konstanz zeigte. Dann allerdings bei 10-10 Ausgleich, Baden punktet dreimal in Folge und übernimmt sogar mit 10-11 die Führung. Nach 12-12 geht der MSC allerdings wieder in Führung, erweitert auf 16-13 und hält diesen Vorsprung bis 20-17. Die Annahme kommt, die Angriffe sind erfolgreich. Chris Carter ist kurz im Spiel. Das MSC-Team erweitert auf 22-17, Baden mit der 2. Auszeit. Der Fünf-Punkte-Vorsprung sollten reichen ... bei 23-19 kommt Tom Weber zurück in die Partie ... und Moers hat bei 24-19 genug Satzbälle für die finale Entscheidung. Man gibt noch einen Punkt ab und verwandelt danach. Zahlreiche Zuschauer aus Moers jubeln über den Gewinn des 1. Satzes.

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Das passierte öfter ... Jubelnder Nenad Nikolic

Lektion erteilt

Im 2. Durchgang eine Lektion für die Badener, welche die Chance in der Satzmitte des ersten Durchgangs nicht nutzen konnten und nun verkrampfen. Der MSC geht mit 6-1 (!) in Führung – Auszeit Baden. Vor allem André Illmer erhält oft die Gelegenheit die „relativ harmlosen“ Angriffe der Badener zu entschärfen – und den Aufbau für den Gegenangriff zu ermöglichen. Der MSC hält die Gastgeber mit 5 Punkten auf Abstand (8-3, 10-5 und 13-8 – die Hypothek für Baden zu hoch. Es gelingt nicht genug, der MSC erhöht auf 18-11, schaltet und waltet beliebig und erhöht auf 25-13. Die Moerser Abwehr (Netz/Feld) stark – liefert immer wieder „Vorlagen“ für Nenad Nikolic, der seine Angreifer bestens bedienen kann. Die „Moerser Mitte“ glänzt. Bei 21-12 Andreas Tins noch kurz im Spiel (Block), bei 24-13 (?!) wechselt Trainer Hendrik Rieskamp Jonas Hoppe auf die Zuspielposition. 

Wieder eng - aber „Adler“ kontrollieren

Im 3. Durchgang dann im ersten Drittel ein Kontrastprogramm. Bei 0-4 (!) nimmt Trainer Rieskamp eine erste Auszeit – und wird deutlich. Die Mannschaft hat verstanden: über 3-4 und 3-5 kommt es bei 7-7 zum Einstand – da ist die Welt fast schon wieder in Ordnung. Die Gastgeber versuchen über den Aufschlag Druck zu machen, schaffen es nicht und produzieren Fehler. Beim MSC-Team ist es vor allem Lukas Schattenberg, der im Bereich Aufschlag („fest und gefloatet“) in allen Sätzen bei Baden für Unheil sorgt – und dem MSC-Block den Boden bereitet. Baden wehrt sich, spekuliert noch auf eine Wende, nimmt nach 10-10 (viele enge Satzstände) bei 17-14 für Moers noch eine Auszeit ... muss aber dann, als Moers wie im ersten Satz mit 24-19 führt, wieder den Satz und damit das Spiel abgeben. 

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Musste nur selten deutlich werden ... Hendrik Rieskamp.

Mit dem Sieg bleibt der MSC auf Platz zwei der Bundesliga Nord – allerdings mit einem Spiel weniger als Tabellenführer Bocholt (nur ein Punkt Vorsprung) und mit einem Spiel weniger als der Tabellendritte Mitteldeutschland (punktgleich).

Stimmen

Trainer Hendrik Rieskamp: „Das war ein Schritt weiter in der Entwicklung – vom Spiel gegen Kiel aus gesehen. Wir haben Baden dominiert. Im 3. Satz gab es zum Beginn gleich einige falsche Entscheidungen, haben das dann korrigiert und gedreht. Am Aufschlag müssen wir weiter arbeiten – die Umstellung von „ENNI-Höhe und –Raumgefühl“ auf kleinere Hallen ist problematisch. Noch. Ansonsten haben wir es heute einfach gut gemacht. Haben unsere Chancen konsequent genutzt. Jeder hat seinen Job erledigt – ein Lob für die Mannschaft!“

MSC Co-Trainer Martin Schattenberg: „Wer das Spiel heute nicht gesehen hat, hat wirklich was verpasst. Block und Abwehr waren selten so konstant gut. Und im Gegenangriff waren wir nicht zu stoppen. Alle. Bis jetzt die absolut beste Leistung ...!“

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Überall zu finden: André Illmer ...

David Seybering: „Man hat gemerkt, dass wir die Niederlagen aus der letzten Saison vergessen machen wollten. Sehr solides Spiel von uns mit wenig Eigenfehlern – nur im ersten Satz war der Bereich Aufschlag noch nicht so gut. Die Badener wollten mit dem Kopf durch die Wand – haben einfach zu viele Fehler gemacht.“

Oskar Klingner: „Ich glaube man kann sagen, dass wir unsere bisher beste Saisonleistung gebracht haben. Es haben alle echt mindestens gut gespielt. Die Annahme war heute ok – deswegen ist auch unsere Mitte eine permanente Bedrohung gewesen. Wir konnten deshalb auf der Außen- bzw. auf der Diagonalposition viele Einerblock-Situationen kreieren. Die Mannschaft war auf jeden Fall heiß und hat nicht vergessen, wie bitter die Niederlage in Baden letzte Saison war.“

Das MSC Aufgebot in Baden: Chris Carter, Jonas Hoppe, André Illmer, Oskar Klingner, Markus Köppke, Nenad Nikolic, Lukas Schattenberg, David Seybering, Oliver Staab, Andreas Tins, Tom Weber, Trainer: Hendrik Rieskamp, Co-Trainer. Martin Schattenberg, Scout: Sven Simon

Das Ergebnis: TV Baden vs. Moerser SC   0:3,20-13-20-25 in 27,22 und 28 Minuten (1h,17min). MVP in Gold André Illmer