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Herren dominieren in Hürth

Klarer als erwartet holt sich Schattenberg´s Team auswärts drei Punkte

Nach 99 Minuten hatte das Bundesligaaufgebot von Trainer Martin Schattenberg in der Auswärtspartie beim TVA Hürth 95 Punkte gemacht ... die zu einem sicheren 3:1 Sieg reichten. Nur im 1. Satz gab es einige Irritationen – dann aber fuhren die „Adler“ so richtig ihre Krallen aus und ließen nicht mehr locker. Im letzten Durchgang musste sich der hilflose Gastgeber mit 13 Punkten zufrieden geben ... 

Mit der üblichen Startsechs (Jonas Hoppe Z, Lenard Exner D, Lukas Schattenberg/Daniel Wernitz AA, Andreas Tins/David Seybering MB sowie Philippe Scheiffarth L) konnte sich Trainer Martin Schattenberg nur ganz am Anfang freuen: 2-1 Führung nach erfolgreichem  Lob und Aufschlag von Lukas Schattenberg. Danach schon das erste Minibreak bei 2-4 und bei 5-8 wurde es schon unangenehm. Moers im Angriff zu vorsichtig, auch mit Schwächen: im Bereich Aufschlag ... und die Annahme mehrfach wackelig. Immerhin noch Ausgleich bei 8 und 10, dann aber wieder zwei aufeinander folgende Angriffsfehler. 

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Annahme auf "vertrautem" Gelände: Daniel Wernitz ...

Bei 10-14 Auszeit von Trainer Schattenberg. Weiterhin erfolglose Angriffe, noch einmal die Annahme und desolater 12-18 und 13-20 (wieder Annahmefehler) Rückstand. Dann sorgen zwei Blockaktionen von Andreas Tins für etwas Luft bei 17-21. Doch wieder MSC Fehler bis zum Satzende: Block nicht konsequent, Annahme, Aufschlagfehler und noch einmal Block angeschlagen.

Die Wende bahnt sich an

Kleine Sorgenfalten bei MSC Trainer Martin Schattenberg beim schnellen 2-5 Rückstand zum Beginn des 2. Durchgangs. Auszeit Moers: Trainer Schattenberg fordert erneut, sich jetzt endlich auf die „Basics“ zu besinnen. Bei 6-6 Einstand – und von da ab geht´s bergauf und die „Basics“ nehmen Gestalt an. Seybering staubt zum 7-6 ab, Wernitz punktet zum 8-6 und  der Moerser Block greift auch zu. Weiterhin harmlose Hürther Angriffe, Tins weiter mit unangenehmen Floataufschlägen. Auszeit von Hürth nach zwei weiteren Blocks  mit „Seybering-Beteiligung“ bei 13-8. Der MSC nun deutlich besser in der Annahme, der Druck von Hürth lässt spürbar nach – das MSC-Team auf 21-13 davon. Kleine Unachtsamkeiten  reduziert Trainer Schattenberg mit einer Auszeit bei 21-16. Danach „Libero-Wechsel“: Allrounder Moritz Müller betritt die Szene für Philippe Scheiffarth. Moers hatte – da 13 Spieler im Aufgebot waren – zwei Liberos melden müssen. Die erste Annahme von Müller unglücklich – doch der versuchte „Abstauber“ von Hürth sehr aufmerksam von Jonas Hoppe geblockt zum 22-17. Moers nun ganz sicher. Hürth noch zweimal in den Moerser Block, es folgt eine lange Rallye und den letzten Ball versenkt der bis dahin gut aufgelegte Lenard Exner.

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Abstauber von Lenard Exner ...

Moers nun sicher weiter in den 3. Satz. Nach Einstand bei zwei sorgen ein Schattenberg-Angriff und ein Tins-Block für das erste Break, ein Tins/Exner Block sorgt für einen 3-Punkte-Abstand und dann langt Exner zweimal im Angriff zu: 8-4 bei der 1. technischen Auszeit. Das Team von Trainer Martin Schattenberg nun nicht mehr zu bremsen: zwei weitere erfolgreiche Blocks zum 11-4 ... und Auszeit von Hürth. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Floater vom MSC (vor allem Tins und Seybering, auch Hoppe) für das Hürther Team „Gift“ sind. Hürth nun zunehmend desorientiert: Fehler im Angriff, Aufstellungsfehler und 19-11 Führung für Moers. Allerdings muss Trainer Schattenberg sein Team bei 20-15 wieder mal kurz zur Ordnung rufen – mit Erfolg. 

Ein Kapitel aus dem Lehrbuch

Nach der deutlichen 2:1 Führung für die Gäste meint der Hallensprecher: „Das macht gar nichts, das packen wir noch.“ Kleiner Irrtum. Moers mit zwei weiteren gefährlichen Floatern von Seybering zum 3-0, nach zwei harmlosen Angriffen allerdings Ausgleich. Dann schickt Jonas Hoppe zwei Floater ins Hürther Spielfeld: 6-3 Führung. Ein Tins/Exner Block, ein weiterer erfolgreicher Schattenberg-Angriff, wieder ein Hürther Angriffsfehler – noch ein Tins-Floater und ein Angriff aus der Mitte von Seybering – bei Hürth nun Auflösungserscheinungen. Bei 19-13 skandieren die Moerser Spieler „Sixpack!“  - Hürth schlägt ins Aus, Auszeit von Trainer Aurbach beantragt. Noch zwei Moerser Megablocks nach für die Hürther Annahme verhängnisvollen Floataufschlägen – und eine Exner-Attacke bereitet dem Debakel (zu 13!) ein Ende.

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Der Block (hier Exner/Seybering) wurde zum stärksten Element ...

Fazit: Nach einem etwas unglücklichen Start besinnen sich die Moerser Spieler auf ihre Stärken  und folgen der Devise „die Basics“ zu realisieren: Aufschläge auf den „richtigen“ Annahmespieler, den Gegner direkt zu Fehlern veranlassen oder zur Transparenz im Angriff zwingen ... und dann wirksam zu blocken. Dieses „Programm“ lief über drei Sätze hinweg immer besser – und fast lehrbuchmäßig. Hürth -  in der Annahme zunehmend mit individuellen Schwächen – war dem Moerser Druck nicht gewachsen. Dann im Angriff fast mit Verzweiflung und Ratlosigkeit immer wieder in den Moerser Block. Moers nur ganz selten unter Druck – da Hürth sich im Komplex Aufschlag/Annahme zu harmlos zeigte und nicht kontinuierlich Druck aufbauen konnte. MVP wurde Lenard Exner, der im Angriff durchgehend übersichtig agierte und viele Punkte machte ...

Stimmen: 

Trainer Gerd Aurbach, TVA Hürth: „Wir haben zu Recht verloren, konnten dem Moerser Druck nichts entgegensetzen. Moers ganz sicher über gute Aufschläge, im Block dominant, weil wir so durchsichtig spielen mussten. Sie haben uns dann im Spielverlauf einfach den Schneid abgekauft. War nicht viel zu machen. Wir haben versucht, kämpferisch dagegen zu halten – aber spielerisch hat´s heute nicht gereicht.

Trainer Martin Schattenberg: „Ich bin zufrieden. Die Woche war nicht einfach. Wir haben die Sache mit Schüttorf aufgearbeitet und haben uns klar gemacht: in dieser Liga ist kein Spiel ein Selbstläufer, jedes Spiel heißt Arbeit. Wir haben heute zwar den Start „verpennt“ – aber jeder spürte: Wir lösen das heute. Unsere Blockabwehr heute überragend, wir wussten, was wir mit den Floatern anrichten können.“

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Auch dieser Ball (Tins/Hoppe Block) musste drüben bleiben ...

Lukas Schattenberg: „Der Start heute war nicht berühmt, musste nicht sein. Wir haben dann aber mit unserer Block/Abwehr das Spiel unter Kontrolle bekommen, die Annahme stimmte auch überwiegend. Dadurch konnten wir auch über Außen drohen. Die Stimmung war gut, was will man mehr. Ich muss mich persönlich noch bei unserem Physio Jörn Becker bedanken – der hat mich in der Woche jeden Tag behandelt und ich war auf den Punkt fit.“

Lenard Exner: „Über die MVP Auszeichnung freue ich mich – endlich bin ich mal mit mir selbst zufrieden. Muß mich bei Jonas (Hoppe) bedanken, der mich gut bedient hat – auch bei David (Seybering), der den gegnerischen Block gut „gezogen“ hat, ach, eigentlich haben alle geholfen. Auch nach dem 1. Satz war das Gefühl gut, wir haben zunehmend mit Spaß gespielt. Unser Aufschlag war heute konstant in Ordnung.“

Das MSC-Aufgebot in Hürth: Marek Bender, Lenard Exner, Henning Hogenacker, Jonas Hoppe, Oskar Klingner, Niklas Kotte, Moritz Müller, David Seybering, Lukas Schattenberg, Chris Schäperklaus, Philippe Scheiffarth, Andreas Tins, Daniel Wernitz, Trainer: Martin Schattenberg, Co-Trainer: Christian Schmidt

Das Ergebnis: TVA Hürth vs Moerser SC   1:3,25-20,20-17-13-25 in 22,29,26,22 (99) Minuten, ca. 100 Zuschauer

Weitere Eindrücke vom Spiel in der Photogalerie

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